„Einfach“ war gestern, jetzt wird’s „Auch einfach“. Das eine ist der Titel eines Kochbuchs von Yotam Ottolenghi, das er vor acht Jahren geschrieben hat und das seitdem viele Menschen überzeugt hat, dass das Kochen mit frischen Zutaten nicht viel schwieriger ist als das Aufwärmen von industriellem Zeug aus Dosen und Tiefkühltruhen. Jetzt gibt es also einen Folgeband, in dem (jawohl:) leckeres Essen im Mittelpunkt steht. Und bei dem mir, zugegeben, schon beim ersten schnellen Durchblättern das Wasser im Mund zusammenlief – bevor dann beim zweiten Lesen die „Musste sofort mal machen“-Zettel den notwendigen Schritt vom Sabbern zum strukturierten Probieren markierten.
Das mit den Zetteln erwies sich im Nachhinein als ein wenig kontraproduktiv, einfacher wäre es vielleicht gewesen, die Seiten mit uninteressanten Rezepten zu markieren – aber wer macht denn sowas? Ich hätte es besser wissen müssen, denn das Geheimnis von Yotam Ottolenghi ist ja dieses: er schafft es, Lust zu machen. Das ist kein Zufall, sondern sein erklärtes Ziel. „Ob euch ein Mangel an Zeit, Selbstvertrauen, Entscheidungsfähigkeit vom Kochen abhält oder die allgemeine Hektik, die uns ablenkt und betäubt – wir haben eine Sammlung von Gerichten zusammengestellt, die den alleinigen Zweck haben, euch in die Küche zu bringen, mit dem Versprechen, dass die einfachen Lösungen zum Greifen nah sind, sowohl technische als auch mentale“, schreibt Yotam Ottolenghi im Vorwort zum Buch.
