Der sächsische Winzer Andreas Kretschko geht (zusätzlich!) neue Wege… mit „Kretschkos Kosmos“ hat er eine neue Linie von Seccos und Weinen auf den Markt gebracht – Weine für den Lebensmitteleinzelhandel, Weine aus Zukauf. Die Aufregung unter einigen hiesigen Winzern ist groß, aber in Zeiten fröhlich unbeschwert gelebter Doppelmoral gilt auch bei Winzern (m/w/d) oft das aus dem Feuerwehrbereich bekannte St.-Florians-Prinzip. In der 179. Folge unseres Podcasts „Auf ein Glas“ erläutert Andreas Kretschkos, dass der 2024 nach den verheerenden Spätfrösten gefasste Entschluss für ihn letztendlich zwei Dinge bedeuten: Streuung des Risikos und damit unternehmerische Sicherheit einerseits – aber andererseits auch mehr Freiheit im eigenen Weingut sowie – ein Nebeneffekt – auch wieder die Gelegenheit, mit Rebsorten zu experimentieren, die nicht bei ihm auf seinen sächsischen Weinbergen wachsen.
Das Frostjahr 2024 war für viele sächsische Winzer katastrophal. In den Weinbergen von Andreas Kretschko lautete die Bilanz: rund 90 Prozent Ernteverlust. Gleichzeitig beobachtete Kretschko bei zwei Studienkollegen und mittlerweile befreundeten Winzern in Rheinhessen und im Rheingau volle Keller und Absatzprobleme – wo doch auch in normalen Jahren Kretschko-Weine oft schon im Sommer ausverkauft waren. Daraus entwickelte sich das Konzept einer eigenständigen Weinlinie mit zugekauften Weinen, die bewusst vom Familienweingut abgegrenzt ist und wirtschaftliche Risiken abfedern soll.