Logo Die Sachsen News
Nachrichten / Sport

"Hier ist keiner mit Kugel am Bauch angekommen": So lief der Start der Eislöwen

"Hier ist keiner mit Kugel am Bauch angekommen": So lief der Start der Eislöwen
Bohuslav "Bo" Subr schwärmt von der Zusammenstellung seiner Mannschaft. Die hat es aber nun in den ersten Trainingstagen nicht leicht, kündigt der neue Eislöwen-Chefcoach. Foto: Alexander Hiller
Von: Alexander Hiller
Der DEL-Absteiger startet mit allen Profis in die Vorbereitung auf die kommende Saison in der DEL2. Ein Rückkehrer verkündet das ehrgeizige Ziel der Mannschaft: "Man ist immer geil auf Titel"

Es ist bitterkalt - bei 35 Grad in der Sonne. Denn nur eine Tür weiter steht man in einer Art Kältekammer - die Trainingshalle der Joynext-Arena. Dort starteten bei gefühlt 12 Grad Celsius am Mittwoch die Eishockey-Profis der Dresdner Eislöwen mit einer lockeren 75 Minuten-Trainingseinheit in die Vorbereitung auf die bevorstehende Saison in der DEL2. 

Und der gebürtige Dresdner Ricardo Hendreschke kommentierte den frostigen Auftakt mit einer pointierten Analyse. "Meine Füße sind total kalt", erklärt er seinem Kollegen Tom Knobloch im kurzen Zwiegespräch. Daran werden sich Hendreschke und seine Kollegen gewöhnen müssen. Der neue Cheftrainer Bohuslav "Bo" Subr bittet nun täglich bis zu zwei Einheiten aufs Eis, exklusive Krafteinheiten oder Zeit für die Regeneration. 

Dabei kann sich Subr, der aus Ravensburg nach Dresden wechselte, mit seinem bislang 26-köpfigen Kader gleich in die Vollen gehen. Denn: "Hier ist keiner mit einer Kugel am Bauch zum Training gekommen", sagt Eislöwen--Sportdirektor Jens Baxmann augenzwinkernd. Im Gegenteil: Am Montag und Dienstag hinterließen alle Profis bei den entsprechenden sportmedizinischen Untersuchungen einen guten Eindruck. Auch der zuletzt verpflichtete kanadische Verteidiger Ryan MacKinnon und Stürmer Jan Nijenhuis.

Mehr aus dieser Kategorie

Das Teamziel ist klar definiert: Aufstieg

Den guten Eindruck bestätigt auch Bo Subr. "Die Mannschaft ist wirklich gut ausbalanciert. Wir haben Spieler, die mit dem Puck stark sind, und solche, die auch Puck überzeugen – oder beides beherrschen. Unsere jungen Spieler sind sehr stark, sehr gute erfahrene Profis. Das erste Ziel ist jetzt natürlich, dass wir uns in den ersten Tagen richtig zusammenfinden. Alle sind willig, hart zu arbeiten. Aber diese Woche wird nicht einfach", kündigte der gebürtige Tscheche an. 

Das ist sicherlich jedem Spieler klar. Dennoch sagt ein Rückkehrer: "Ich freue mich hier zu sein, ich freue mich auf die neue Aufgabe, es ist einfach schön, wieder hier in meiner zweiten Heimat zu sein", betont Tom Knobloch. Der Stürmer wechselte nach zwei Spielzeiten bei den Lausitzer Füchsen nun wieder an die Elbe zurück. Hier hatte der jetzt 27-jährige Stürmer zuvor schon fünf Jahre gespielt. 

Und der weiß, was hier in Dresden nach dem sportlich unbefriedigenden Jahr angesagt ist. "Dass wir wieder nach oben wollen, ist grundsätzlich das erste Ziel, das ist klar definiert. Das spornt einen auch extrem an, man ist immer geil auf Titel", sagt der gebürtige Hennigsdorfer und unterstreicht: "Persönlich will ich den Konkurrenzkampf hier annehmen, man merkt, dass die Mannschaft sehr groß ist. Das heißt: Jeden Tag vielleicht noch etwas extra machen, ob man ein paar kleine Sachen verbessern kann. Und vielleicht mal zehn Prozent mehr geben, als die anderen."


Zum Vorbereitungsstart mussten die Eislöwen noch in die Trainingshalle ausweichen. Foto: Alexander Hiller

Eine neue Rolle im Vergleich zu seiner vorherigen Zeit bei den Eislöwen will er noch nicht definieren. "Das wird sich noch zeigen, ganz genau kann ich das noch nicht absehen. Ich würde sagen: So, wie man mich kennt - ein bisschen in der dritten, vierten Reihe. Wie gesagt, die Konkurrenz im Team ist sehr groß. Wenn man aufsteigen möchte, braucht man einen großen Kader, das war mir von vornherein klar. Den Konkurrenzkampf brauchen wir auch, damit sich der eine oder andere nicht ausruht auf seinem Platz", sagt Knobloch. 

Knobloch bekommt alte Wohnung wieder

Der 1,86 Meter große Angreifer sieht sich aber nach seiner Rückkehr auch als Bindeglied zu den neuen Profis, vor allem zu den Importspielern. "Ich versuche das schon, ihnen zu zeigen, wo welche Restaurant sind, welche Sehenswürdigkeiten - man geht mal mit ihnen zusammen in die Stadt, die Frauen treffen sich", sagt er. Knobloch ist mit seiner Frau und dem zehn Monate alten Sohn schon wieder nach Dresden gezogen - in seine alte Wohnung. "Das haben die Eislöwen möglich gemacht", erzählt er lachend. 


Tom Knobloch ist nach zwei Jahren in Weißwasser wieder zurück in seiner "zweiten Heimat". Foto: Alexander Hiller

Auch die ersten Testspiele sind festgezurrt: Am 21. August absolvieren die Dresdner Eislöwen ein Vorbereitungsspiel beim österreichischen Erstligisten Villach. Im Rahmen des Trainingslagers in Österreich trifft das Subr-Team zwei Tage später in Südböhmen auf den HC Tabor - dem Profiverein aus der Heimatstadt von Subr. Dann schließt sich für die Eislöwen am 28. August beim eigenen Sachsenlotto-Cup das Duell gegen Liberec an. Im anderen Halbfinale stehen sich die beiden DEL-Klubs Iserlohn und Wolfsburg gegenüber. 

Bis zum Saisonstart am 18. September daheim gegen Kassel sind noch drei weitere Testspiele geplant, das Derby in Weißwasser am 4. September ist dabei für die Fans aus der Region das Highlight. 

Alexander Hiller
Artikel von

Alexander Hiller

Alexander Hiller ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.

Social Media

METIS