Die glanzvollsten Zeiten liegen lange zurück. In den 1980er-Jahren galt Dresden als Hochburg im Eisschnelllauf - und zwar weltweit. Karin Enke, Christa Luding-Rothenburg oder Andrea Ehrig sammelten unzählige internationale Medaillen - zusammen allein sechs Olympia-Goldmedaillen.
Jens Boden vom Eislauf-Verein Dresden, dem Nachfolger des SC Einheit Dresden, rückte kurz in diese Phalanx, gewann 2002 in 2002 in Salt Lake City Olympia-Bronze. Doch seither liegt der Schwerpunkt in der Landeshauptstadt auf der Ausbildung von Talenten. Sehr erfolgreich.
Der EV Dresden ist regelmäßig bei deutschen Nachwuchsmeisterschaften der erfolgreichste Verein in ganz Deutschland. Doch nur ganz wenige schaffen den Durchbruch nach ganz oben. Josephine Schlörb (22) wurde im Februar Olympia-Fünfte im Team Pursuit.
Von Olympia kann Levente Engst vorerst nur träumen. Doch der gebürtige Dresdner hat etwas vollbracht, was vor ihm noch kein Eisschnelllauf-Talent aus Dresden geschafft hat. Der 17-Jährige wurde vor einigen Wochen Junioren-Weltmeister. Der erste überhaupt, den der Standort je hervorbrachte. Engst gewann gemeinsam mit Ben-Luca Kleinke und dem deutschen Übertalent Finn Sonnekalb den Wettbewerb im Teamsprint über 1200 Meter.
