Dass sich Dresdens Volleyballerinnen nach dem Heimspiel im Europacup-Halbfinale gegen das italienische Top-Team aus Chieri extrem über eine vertane Siegchance ärgern würden, war so nicht abzusehen. Nach einem phänomenalen Beginn und einer 2:0-Satzführung musste der DSC vor 2921 Zuschauern in der Margon-Arena gegen den haushohen Favoriten noch mit 2:3 (25:23, 26:24, 24:25, 14:25, 10:15) beugen.
"Zwei Sätze stark, zwei Sätze schwach. Ich bin einfach nur genervt", sagt DSC-Trainer Alexander Waibl ungewohnt schmallippig. Dabei hatte seine Mannschaft gegen die mit Weltklassespielerinnen gespickten Gäste einen bärenstarken Start hingelegt. "Die ersten zwei Sätze waren überragend: Mit das Geilste, was ich hier in der Halle je erlebt habe", betonte der 57-Jährige. Dabei steht der Schwabe in Dresden bereits seit 2009 unter Vertrag. "Deswegen nervt mich der Abfall danach so."
Auch seine Kapitänin suchte nach der Beinahe-Sensation erst mal nach den richtigen Worten. "Es war ein krasses Spiel. Wie wir gestartet sind, war unglaublich, ein Traumstart. Wir haben in allen Elementen so konstant gut gespielt, alles umgesetzt, worauf wir uns vorbereitet hatten und die Emotion mit reingebracht. Aber das jetzt", sagte die 24-Jährige und deutet auf die Anzeigetafel, "fühlt sich schon blöd an."
