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Die Eislöwen trennen sich vom Trainer und stellen gleich seinen Nachfolger vor

Die Eislöwen trennen sich vom Trainer und stellen gleich seinen Nachfolger vor
Der neue Eislöwen-Trainer Bo Subr wird eingerahmt von Sportdirektor Jens Baxmann (l.) und Maskottchen Jago. Foto: Alexander Hiller
Von: Alexander Hiller
Der Absteiger aus der DEL wird künftig von einem Tschechen trainiert, der die Eislöwen aus dem Effeff kennt. Bo Subr kommt aus Ravensburg und erhält einen Zweijahresvertrag. Was der 45-Jährige mit den Eislöwen vorhat.

Dresden. Die Vorstellung ist diesmal eine sehr besondere und soll wohl die außergewöhnliche Personalie unterstreichen. Auf einer Stadtrundfahrt stellten die Dresdner Eislöwen am Dienstag ihren neuen Cheftrainer einer breiten Medienrunde vor. Der Tscheche Bohuslav Subr erhält beim DEL-Absteiger einen Zweijahresvertrag, der für die DEL und die DEL2 gilt. Zuletzt hatte der hünenhafte Ex-Profi das DEL2-Team aus Ravensburg trainiert.

Also den Rivalen, den die Dresdner im Vorjahr in der Finalserie der DEL2 in sieben denkwürdigen Spielen bezwangen und den historischen Aufstieg in die DEL schafften. Ein Jahr zuvor hatte der 45-Jährige, den alle nur Bo nennen, mit Ravensburg sogar den Zweitliga-Titel gewonnen, die Towerstars konnte aus strukturellen Gründen aber nicht aufsteigen. 

"Bo war von Anfang an unser Wunschkandidat. Er hat in der Vergangenheit gezeigt, dass er Meisterschaften gewinnen kann in der Liga, war letzte Saison im Finale. Er ist erstmalig an einem Standort, der auch über eine gute Nachwuchsabteilung verfügt", sagt Sportdirektor Jens Baxmann. Erst kürzlich wurde dem Verein für seine Talenteförderung das höchstmöglichen Nachwuchs-Zertifikat "Fünf Sterne plus" verliehen - neben lediglich vier anderen DEL-Klubs.

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"Sicherlich haben wir ihm auch die Maßgabe mitgegeben, unseren Nachwuchs nach Möglichkeit mit einzubinden und zu fördern. Das ist für uns sehr wichtig", betonte Baxmann. Subr eilt der Ruf voraus, junge Spieler frühzeitig mit viel Verantwortung auszustatten. 

Bringt Subr Spieler aus Ravensburg mit?

"Wir freuen uns sehr, dass Bo in den nächsten zwei Jahren den Weg mit uns geht, die Zukunft sportlich mitgestaltet. Wir sind uns sicher, dass wir mit ihm eine sehr, sehr gute Wahl getroffen haben", sagt der 40-jährige Eislöwen-Sportchef. 

"Die Eislöwen sind ein großer Klub mit viel Tradition und hohen Zielen. Das ist eine tolle Gelegenheit in meiner Karriere. Das ist für mich auch eine familiäre Entscheidung", verdeutlicht Subr, der mit Ravensburg diesmal das DEL2-Viertelfinale erreichte. "Unser größtes Ziel ist sicher der Aufstieg in die DEL", weckt der neue Coach gleich Begehrlichkeiten, unterstreicht aber auch: "Bis dahin ist es ein langer Weg. Wir müssen die Mannschaft zusammenbauen, das Team muss sich erst einmal finden und sich in der Saison dann immer wieder kleine Ziel abstecken, um darauf aufzubauen." 

Bislang verzeichneten die Eislöwen bereits 14 Abgänge, vermeldeten aber bislang nur einen Neuzugang mit Gregory Kreutzer aus Crimmitschau. Natürlich wird Subr nun auch an der Kaderzusammenstellung maßgeblich beteiligt sein. "Natürlich haben wir schon über verschiedene Personalien geredet, da stand ich mit Jens schon in einem guten Austausch", bestätigt der neue Cheftrainer. Womöglich bringt er aus Ravensburg den einen oder anderen Spieler mit nach Dresden. 


Bo Subr und Sportdirektor Jens Baxmann sind seit zwei, drei Tagen viel gemeinsam in Dresden unterwegs gewesen. Unter anderen auch bei der Suche nach einer Wohnung für den neuen Cheftrainer der Eislöwen. Foto: Alexander Hiller

Eventuell bleiben auch DEL-Profis weiter in Dresden. Die sportliche Zukunft von Top-Torjäger Austin Ortega (21 Treffer) ist beispielsweise immer noch offen. Mit welchem Kader auch immer, unumstößlich ist für den Neuen seine Philosophie: "Wichtig ist mir, dass die Mannschaft zusammen- und jeder Spieler seine Rolle findet, dass wir hart arbeiten und hochmotiviert sind - sodass wir attraktives Eishockey bieten können", sagt Subr, der aus der südböhmischen Kleinstadt Tabor stammt.

Dort leben auch noch seine Eltern, die seiner Frau und sein Bruder. "Seit ich mit 16 Jahren in die Eishockeywelt hinausgezogen bin, habe ich noch nie so nah an meiner Heimat gearbeitet. Auch das war für mich ein wichtiger Faktor", sagt der Ex-Profi, der mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern (7/12) nach Dresden ziehen wird. 

Zwei Stunden vor der Vorstellung des neuen Cheftrainers hatten die Eislöwen die Trennung von Subrs Vorgänger Gerry Fleming und dessen Assistent Craig Streu bekanntgegeben. Das Duo war nach der Freistellung des Aufstiegstrainers Niklas Sundblad Anfang Dezember 2025 als Retter für das damals bereits abgeschlagene DEL-Schlusslicht in Dresden angetreten. Wie man heute weiß - vergebens. 

Ein Hintertürchen zur DEL bleibt offen

Dennoch gibt es noch ein winziges Hintertürchen, obwohl im DEL2-Titelfinale mit Krefeld und Kassel zwei Mannschaften stehen, die aufsteigen wollen. Krefelds Geschäftsführer Peer Schopp nährt öffentlich immer wieder Zweifel, ob die Pinguine, die in der Best-of-Seven-Serie vor dem dritten Duell am heutigen Dienstag mit 2:0-Siegen führen, die finanziellen Voraussetzungen für die DEL stemmen können.

"Einmal muss das Finanzielle stimmen, dazu müssen wir noch Leute mobilisieren, um die Etat-Lücke zu schließen. Zweitens muss dies dann auch noch von der DEL in der Form akzeptiert werden. Hier müssen wir abwarten, wie die DEL unsere Unterlagen bewertet", sagte er in einem Interview mit der Westdeutschen Zeitung. Derzeit sei ein möglicher Etat für die DEL deutlich unterdeckt. 

"Aus Krefeld sind seit Wochen Aussagen in dieser Hinsicht zu hören. Das Problem ist, wir können uns auf nichts verlassen. Das ändert auch nichts an unserer Vorgehensweise, wir planen für die DEL2 und es sieht auch zu 99 Prozent danach aus", sagt Eislöwen-Sportdirektor Jens Baxmann. Im Fall eines Aufstiegsverzichts wären die Eislöwen der einzig mögliche Nachrücker für das 14er-Feld in der DEL. "Das ist klar. Aber man kann auch niemanden dazu zwingen. Wir müssten die Situation für uns dann neu bewerten." 

Alexander Hiller
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Alexander Hiller

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