Bestens aufgelegt kommt Marc Márquez zu einem der Publikumsmagneten im Rennkalender: dem Sachsenring. «Wenn ich hierherkomme, lächle ich mehr als sonst», sagt der achtfache Motorrad-Weltmeister vor dem elften Lauf der Saison. Wie ihm dürfte es auch vielen Fans gehen, die zu Zehntausenden Jahr für Jahr an die Strecke strömen und das Event zu einer der größten Einzelsportveranstaltungen des Landes machen. Und das, obwohl schon zum zweiten Mal nacheinander kein deutsches Zugpferd um Siege mitfährt oder auch nur ein Lokalmatador in einer der drei WM-Klassen am Start steht. Wie ist diese Begeisterung zu erklären?
Wie erfolgreich läuft der Ticketverkauf in diesem Jahr?
Auch in diesem Jahr sind die Veranstalter mit dem Vorverkauf zufrieden. «Die Nachfrage und die Begeisterung für den Motorrad-Grand-Prix sind unverändert hoch», sagt Voss. «In den vergangenen Jahren war die Tageskasse immer recht stark. Wenn das Wetter passt, schaffen wir vielleicht wieder eine neue Bestmarke.»
Wie ist es um die deutschen Nachwuchshoffnungen bestellt?
Die größten Hoffnungen liegen auf Fynn Kratochwil aus dem thüringischen Mühlhausen. Aktuell fährt er in der Nachwuchsserie Nothern Talent Cup und hat dort fünf von sechs Rennen gewonnen. Der ADAC fördert gemeinsam mit ehemaligen Piloten vielversprechende Talente. «Das mittelfristige bis langfristige Ziel lautet, deutsche Ausnahme-Talente zu finden, die es bis in die MotoGP schaffen können», sagt der frühere Weltmeister Stefan Bradl, der inzwischen als TV-Experte arbeitet.
Die deutschen Fans müssen sich zwar wohl noch eine Weile in Geduld üben. Voss ist aber optimistisch: «In den Einstiegsklassen Mini- und Pocket-Bike-Cup sind die Teilnehmerzahlen in den vergangenen beiden Jahren stark gestiegen. Wir haben einen tollen Nachwuchs, der auf dem Sprung in den internationalen Sport ist, so dass die Phase ohne deutsche Fahrer in der WM hoffentlich bald beendet ist.»