Logo Die Sachsen News
Nachrichten / Ratgeber

Schnelleres Mobilfunknetz: Wie sich neue Standards auf die Performance beim Gaming auswirken

Person hält ein Smartphone in der Hand und nutzt eine Messaging-App, im Hintergrund unscharfe Abendbeleuchtung.
Eine stabile mobile Internetverbindung ist entscheidend für flüssige Abläufe und schnelle Reaktionen. / Foto: lizziechiquita auf pixabay.com
Von: Konrad Vers

3G hat das mobile Internet revolutioniert, erstmals schnelles Surfen und Video-Streaming ermöglicht. 4G bot noch höhere Geschwindigkeiten, hatte aber mit überlasteten Netzwerken und einer dürftigen Netzabdeckung in ländlichen Regionen zu kämpfen. 5G ebnet mobilem Gaming endgültig den Weg, senkt die Latenz und hält Menschenmengen in Fußballstadien stand. Dieser Artikel beleuchtet, wann das Mobilfunknetz Spiele-Apps verbessert oder Probleme hervorruft.

Mehr aus dieser Kategorie

Was beeinflusst die Stabilität mobiler Netzwerke?

Mobile Datentarife werden mit ihrer Bandbreite beworben. Geschwindigkeiten bis 300 Mbit/s entsprechen etwa einer Downloadrate von 37,5 Megabyte pro Sekunde. Tatsächlich sind weitere Faktoren zu bedenken. Überlastete Netzwerke, Störquellen, veraltete Geräte und DDos-Angriffe können beispielsweise zu Paketverlusten führen. Dies verlangsamt den Seitenaufbau, bei Telefonaten ist der Gesprächspartner manchmal verzerrt zu hören.

Beim Gaming hat eine instabile Internetverbindung hohe Latenzen zur Folge. Charaktere springen wie bei einem gespannten Gummiband ruckartig von A nach B. Präzise Eingaben sind bei einem hohen Ping erschwert. Bei einem Shooter werden Schüsse verzögert abgegeben – wenn Gegner hinter der nächsten Deckung verschwunden sind. Bei Rennspielen verlängert sich wiederum der Bremsweg – weil das Bremspedal vom Server später als beabsichtigt gefunden wird.

Sogar in Online Casinos mit Paysafe kann ein schwächelndes Netzwerk negativ auffallen. Bei Live-Dealer-Spielen resultieren Paketverluste etwa in einem unruhigen Bild. An Spielautomaten ist länger zu warten, bis die Walzen einrasten. Bei einer unterbrochenen Internetverbindung wird das Spiel gänzlich unterbrochen – bis die Netzstörung behoben wurde.

So verbessert schnelles mobiles Internet die Performance beim Gaming

Im Falle einer schnellen und einwandfreien Internetanbindung sinkt der Ping. Zwischen Eingabe und Aktion auf dem Bildschirm vergehen wenige Millisekunden. Gegner teleportieren sich selten von A nach B – das heißt, Treffer in einem Multiplayer-Shooter werden registriert, was dem Spielspaß entgegenkommt.

Müssen in einem Online-Game ab und an Spielinhalte geladen werden, gehen die Ladezeiten zurück. Wer sich im Voice-Chat mit Teamkameraden abspricht, hat weniger oft mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen.

Welche Genres am meisten von 5G profitieren

In kompetitiven Multiplayer-Spielen wie Fortnite und League of Legends: Wild Rift sind 5G und schnelle Netzwerke Gold wert. Eingaben müssen innerhalb weniger Millisekunden vom Server empfangen und umgesetzt werden. Andernfalls leidet das Spielerlebnis, Matches gehen unnötig verloren.

Beim Cloud Gaming sind Paketverluste und ein hoher Ping pures Gift. Ersteres zaubert Bildartefakte herbei, der Stream wirkt verwaschen. Letzteres zieht den Input Delay in die Länge. Wird ein Spiel via Cloud Gaming gestartet, müssen Eingaben an Server geschickt, umgesetzt und über den Stream zurückgesendet werden. Für eine schnörkellose Gaming-Erfahrung muss die Latenz niedrig sein. Hierfür ist unerlässlich, dass sich der Server des Cloud-Dienstes in der Nähe befindet.

Weniger bedeutsam ist schnelles Internet bei Casual Games. Spiele-Apps wie Candy Crush und Angry Birds lassen sich selbst ohne Netzwerkverbindung starten. Fortschritte werden dann lokal gespeichert – und später mit dem Server synchronisiert. Updates und neue Level erfordern jedoch eine Internetverbindung. Funktionen wie Ranglisten und In-App-Käufe werden ohne Internet zeitweise abgeschaltet.

5G könnte mobiles Gaming nachhaltig verändern

Angesichts schneller Netzwerke können Entwickler mutigere Projekte in Angriff nehmen. Events mit hunderten Teilnehmern und offene Spielwelten von monumentalen Ausmaßen werden realistischer. Updates könnten live während des Spiels eingespeist werden, ohne Nutzern minutenlang einen Ladebildschirm zu präsentieren. Cloud Gaming könnte lokal installierten Apps ebenbürtig sein, ohne dass ein Unterschied auf den ersten Blick zu sehen wäre.

Trotz aller Fortschritte: Herausforderungen bleiben bestehen

Wenngleich 5G weitere Funklöcher schließt, ist die Netzabdeckung in ländlichen Regionen nicht ideal. Auf manchen Geräten ist 5G zu lesen, obwohl das 4G-Netz verwendet wird. Dies verbessert zwar die Bandbreite, aber die Latenz entspricht dem LTE-Standard – was beim Mobile Gaming Nachteile mit sich bringt. Abseits von 5G ist beim Cloud Gaming ebenso entscheidend, dass die Server nicht zu weit entfernt sind. Nutzer beklagen sich über die höheren Kosten bei 5G-Tarifen – die jedoch mit der Zeit sinken werden.

Neue Geschäftsmodelle für Entwickler und Publisher

Cloud Gaming erfordert in der Regel ein Abo. Denkbar sind auch Apps, die vor Spielbeginn Werbung anzeigen. Mit zunehmend stabilerem Mobilfunk ist Cloud Gaming für immer mehr User eine Option – womit sich Anbietern ein neuer Markt öffnet. Spiele-Apps mit Augmented Reality könnten ortsbezogene Werbung einbinden. E-Sport profitiert genauso vom ausgebauten Mobilfunknetz: Veranstalter könnten mobile Live-Events veranstalten und monetarisieren.

In die Zukunft geschaut: Was mobilen Netzwerken und Gaming bevorsteht

Auch wenn 5G auf dem Vormarsch ist, verschwinden die älteren Mobilfunkstandards nicht sofort. Zunehmend wird auf Edge Computing gesetzt – eine Technologie, die Daten teilweise am „Rand“ eines Netzwerks verarbeitet, zum Beispiel lokal auf dem Endgerät. Dies soll Latenzen weiter reduzieren.

Je weiter die Standards angehoben werden, desto stärker steigen die Erwartungen. Technologien, die heute als bahnbrechend gelten, sind in naher Zukunft selbstverständlich. Cloud Gaming wird nicht mehr wegzudenken sein. Anstatt für moderne Spiele teure Hardware zu erwerben, ist die Cloud eine willkommene Alternative. Schließlich ist das Abo deutlich günstiger als ein neues Smartphone.

Fazit: Schnelle Netzwerke als Wendepunkt bei Spiele-Apps

Schnellere Netzwerke verkürzen die Latenz und beugen Paketverlusten vor. Probleme, die Cloud Gaming und Multiplayer-Spiele belastet haben, lösen sich in Wohlgefallen auf. Dennoch hat 5G nicht alle Fallstricke beiseitegeräumt. Nach wie vor ist die Netzabdeckung nicht perfekt. Auch ist Cloud Gaming abhängig von der Serverinfrastruktur. Welche Genres und Spiele-Apps in den nächsten Jahren auf den Markt strömen, wird spannend zu beobachten sein.

Konrad Vers
Artikel von

Konrad Vers

Konrad Vers ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.