Es ist warm im Ostra-Dome in Dresden, die Luft ist dicht, die Stimmung gespannt. Die Besucherinnen und Besucher warten auf Friedrich Merz, der hier eine seiner zentralen Wahlkampfreden halten wird. Doch heute liegt eine besondere Spannung in der Luft. Der CDU-Vorsitzende kommt nicht nur als Spitzenpolitiker, sondern auch als umstrittener Akteur nach Dresden. Denn nach der gestrigen Abstimmung im Bundestag, bei der ein Antrag der CDU erstmals mit den Stimmen der AfD beschlossen wurde, sind viele Menschen verunsichert.
Selbst Angela Merkel, die ehemalige Bundeskanzlerin und langjährige Parteichefin, hat sich heute zu Wort gemeldet und sich klar von Merz' Vorgehen distanziert. Sie halte seinen Kurs für „falsch“. Es ist ein bemerkenswerter Vorgang, dass eine ehemalige Kanzlerin sich so deutlich in den aktuellen politischen Diskurs einmischt – und das ausgerechnet gegen den Chef ihrer eigenen Partei. Doch Merz konterte in seiner Rede und erklärte, dass erst ihre Politik und die der alten CDU dafür gesorgt habe, dass die „sogenannten Alternative für Deutschland“ 2017 in den Bundestag eingezogen ist.