Die Linken wollen sich nach Angaben ihres sächsischen Parteichefs Rico Gebhardt wieder stärker um ostdeutsche Belange kümmern. Der 53 Jahre alte Politiker reagierte damit auch auf Umfragen, wonach ein beträchtlicher Teil der jüngeren Generation im Osten 26 Jahre nach der deutschen Einheit noch immer Benachteiligung fühlt - im Lohngefüge genauso wie bei Renten, Vermögen und Eigentum. «Selbst diejenigen, die zur Wende noch gar nicht auf der Welt waren, empfinden Ungerechtigkeiten, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Dresden.
Gebhardt, der den größten Landesverband der Linken führt und zugleich Fraktionschef seiner Partei im sächsischen Landtag ist, verweist auf die Umfrage «Sachsen-Monitor» vom Herbst 2016. Dort hatten 26 Prozent der 18- bis 29-Jährigen als Folge der Wiedervereinigung Nachteile für den Osten geltend gemacht - mehr noch als die Altersgruppe der Rentner. «Wir müssen uns die Frage stellen, warum eine Generation, die erst später geboren wurde, sich gegenüber Westdeutschen benachteiligt fühlt», sagte Gebhardt. Dieses Gefühl lasse sich nicht allein aus Erfahrungen in der eigenen Familie erklären.