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Inflation in Tschechien steigt auf 2,5 Prozent

Inflation in Tschechien steigt auf 2,5 Prozent
Symbolbild Tschechische Kronen / pixabay JirkaF
Die Inflation in Tschechien hat sich im September auf 2,5 Prozent beschleunigt. Vor allem die stark gestiegenen Kraftstoffpreise treiben die Teuerung an. Viele Lebensmittel sind dagegen günstiger als vor einem Jahr, darunter Butter, Milch und Eier.

Die Inflation in Tschechien hat im September 2026 wieder deutlich angezogen. Die Verbraucherpreise lagen um 2,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats und damit um 0,6 Prozentpunkte höher als im August. Das geht aus den aktuellen Zahlen des Tschechischen Statistikamtes (ČSÚ) hervor. Besonders stark wirkten sich die gestiegenen Kraftstoffpreise aus.

Im Vergleich zum August blieb das allgemeine Preisniveau im September dagegen unverändert. Preisrückgänge bei Pauschalreisen und verschiedenen Lebensmitteln wurden durch höhere Preise in anderen Bereichen ausgeglichen. Nach Angaben des Statistikamtes hat sich der jährliche Preisanstieg damit bereits den dritten Monat in Folge beschleunigt. Pavla Šedivá, Leiterin der Abteilung Verbraucherpreisstatistik beim ČSÚ, verwies insbesondere auf die Entwicklung der Kraftstoffpreise.

Benzin, Diesel und andere Kraftstoffe sowie Schmiermittel waren im September durchschnittlich 37,5 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Im August hatte der entsprechende Preisanstieg noch 26,2 Prozent betragen. Insgesamt erhöhten sich die Preise im Verkehrsbereich gegenüber September 2025 um 13,2 Prozent. Auch im Monatsvergleich machte sich die Entwicklung an den Tankstellen bemerkbar. Kraftstoffe und Schmiermittel verteuerten sich gegenüber August um 8,1 Prozent.

Während die Energiepreise im Verkehrsbereich deutlich stiegen, setzte sich bei Strom und Erdgas der Preisrückgang fort. Strom war im September 10,6 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor, Erdgas kostete 4,0 Prozent weniger.

Bei den Wohnkosten zeigte sich dagegen ein anderes Bild. Die Wohnungsmieten lagen um 6,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. Materialien und Dienstleistungen für kleinere Reparaturen und die Instandhaltung von Wohnungen verteuerten sich um 5,1 Prozent. Für Trinkwasser mussten Verbraucher 3,9 Prozent mehr bezahlen, für Abwasser 3,8 Prozent. Wärme und Warmwasser kosteten 1,6 Prozent mehr.

Die statistisch erfassten Kosten selbst genutzten Wohneigentums stiegen im Jahresvergleich um 5,1 Prozent. Ausschlaggebend waren vor allem höhere Preise für Bauarbeiten und neue Immobilien.

Bei Lebensmitteln entwickelten sich die Preise unterschiedlich. Insgesamt dämpfte dieser Bereich die Inflation. Besonders deutlich fiel der Preisrückgang bei Butter aus, die im September 37,3 Prozent günstiger war als ein Jahr zuvor. Auch teilentrahmte haltbare Milch kostete 20,0 Prozent weniger, Eier verbilligten sich um 12,6 Prozent.

Schweinefleisch war im Jahresvergleich 15,5 Prozent günstiger. Allerdings fiel der Preisrückgang damit geringer aus als noch im August, als die Preise um 23,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen hatten. Gemüse verteuerte sich dagegen um 8,1 Prozent gegenüber September 2025. Im August hatte der Preisanstieg noch 5,1 Prozent betragen. Auch im Vergleich zum Vormonat gab es bei Lebensmitteln deutliche Unterschiede. Brot und Backwaren verbilligten sich um 1,4 Prozent, Gemüse und Obst jeweils um 1,3 Prozent. Kartoffeln kosteten sogar 7,2 Prozent weniger als im August. Die Preise für Joghurt gingen um 2,5 Prozent zurück.

Auf der anderen Seite verteuerte sich Butter innerhalb eines Monats um 12,4 Prozent. Schweinefleisch kostete 4,7 Prozent mehr. Damit zeigt sich, dass Lebensmittel trotz teilweise deutlicher Preisrückgänge im Jahresvergleich kurzfristig wieder teurer werden können.

Ein besonders starker saisonaler Preisrückgang wurde bei Pauschalreisen registriert. Mit dem Ende der Sommersaison sanken deren Preise gegenüber August um 20,7 Prozent. Dieser Effekt trug wesentlich dazu bei, dass das allgemeine Preisniveau im September trotz höherer Kraftstoffpreise stabil blieb. Mit Beginn des neuen Schuljahres erhöhten sich außerdem die Preise im Bildungsbereich um durchschnittlich 4,1 Prozent gegenüber August. Die Gebühren für Kindergärten stiegen um 4,1 Prozent, das Schulgeld an privaten Gymnasien und weiterführenden Privatschulen um 6,9 Prozent. Auch Sprachkurse und Angebote der künstlerischen Bildung wurden teurer.

Im Bereich Gastronomie und Beherbergung setzte sich der Preisanstieg fort. Restaurantdienstleistungen verteuerten sich gegenüber dem Vorjahr um 3,8 Prozent, Übernachtungen um 7,0 Prozent. Auch Tabakwaren kosteten mit einem Plus von 7,1 Prozent deutlich mehr als im September 2025. Bier verteuerte sich um 2,0 Prozent, Wein um 1,4 Prozent und Spirituosen sowie Liköre um 1,2 Prozent.

Insgesamt stiegen die Warenpreise im Jahresvergleich um 1,2 Prozent, während Dienstleistungen um 4,6 Prozent teurer wurden. Die durchschnittliche Inflationsrate der vergangenen zwölf Monate lag im September unverändert bei 2,0 Prozent.

Nach dem europaweit harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) betrug die Inflationsrate in Tschechien im September vorläufig 2,2 Prozent. Im August hatte sie noch bei 1,5 Prozent gelegen.

Damit lag die harmonisierte Teuerungsrate in Tschechien unter dem vorläufigen Septemberwert für die Eurozone von 3,8 Prozent. Für Deutschland wurde eine Rate von 3,3 Prozent angegeben, für die Slowakei 3,1 Prozent. Die aktuellen Zahlen zeigen damit eine gegenläufige Entwicklung: Während viele Lebensmittel und Haushaltsenergien günstiger sind als vor einem Jahr, treiben vor allem Kraftstoffe, Wohnkosten und Dienstleistungen die Inflation in Tschechien nach oben.