Die Gemeinde Zeithain sieht sich beim geplanten Kiesabbau südlich des Mühlberger Weges übergangen und kritisiert das Vorgehen des Sächsischen Oberbergamts (OBA) scharf. Das teilte Bürgermeister Mirko Pollmer mit. Demnach wurde die Gemeinde am Freitag um 9.53 Uhr über den Grundabtretungsbeschluss und die vorzeitige Besitzeinweisung informiert – mit Wirkung zum 1. August, 0.00 Uhr.
Bereits in den frühen Morgenstunden am Samstag, 1. August, stellten Gemeindemitarbeitende schwere Technik auf den gemeindlichen Flächen des ehemaligen Waldbads fest. Die Zuwegungen waren zu diesem Zeitpunkt bereits blockiert. Pollmer kritisiert, dass die extrem kurze Zeitspanne zwischen Information und Maßnahmenbeginn einen effektiven Rechtsschutz nahezu unmöglich mache. Die Gemeinde könne kaum prüfen, ob die Interessen der Bürgerschaft und das laufende Bürgerbegehren ausreichend berücksichtigt wurden.
Nach Angaben des Bürgermeisters lag der Gemeinde weder ein Beschluss zum vorzeitigen Beginn noch eine detaillierte Beschreibung der genehmigten Maßnahmen vor. Eine Prüfung sei nur durch kostenintensive juristische Schritte oder erst vor Gericht möglich. Um Klarheit zu erhalten, rief Pollmer am Samstag, 8.35 Uhr, die öffentlich zugängliche Notfallnummer des OBA an und forderte eine sofortige Prüfung der laufenden Arbeiten sowie eine Rückmeldung.
