Ein Kommentar von Jasmin Rößler
Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei Hunden, die während der Coronapandemie angeschafft wurden. In einer Zeit voller Unsicherheit, Isolation und Homeoffice entschieden sich viele Menschen für ein Tier. Hunde wurden zu Begleitern gegen Einsamkeit, zu Familienmitgliedern in einer außergewöhnlichen Phase des Lebens. Doch als der Alltag zurückkehrte, änderten sich auch die Lebensumstände vieler Halter. Arbeitszeiten verlagerten sich wieder nach außen. Tagesstrukturen brachen weg und aus gemeinsamer Zeit wurden lange Stunden des Alleinseins.
Viele Hunde reagierten darauf mit Stress, Unsicherheit oder auffälligem Verhalten. Trennungsängste, Aggressionen und Überforderung gehören heute zu den häufigsten Problemen, mit denen Halter Hilfe suchen oder letztlich kapitulieren. Als Hundetrainerin erlebe ich immer wieder, wie groß der Leidensdruck vieler Menschen bereits geworden ist, bevor sie Unterstützung annehmen. Hinter verschlossenen Türen entstehen Situationen, über die kaum jemand spricht. Verzweiflung, Scham und Überforderung begleiten viele Familien über Monate hinweg.