Ein Erlebnisbericht von Bürgerjournalistin Inge Krause, Meißen
Vor einiger Zeit stand ich vor dem Geschäft von Elektro Weder und las mit Bestürzung, dass das Unternehmen zum 31. März 2026 schließt. Zwei Frauen, die ebenfalls vor dem Schaufenster standen, diskutierten über die Nachricht. „Das ist doch nicht normal. Jetzt schließt schon wieder ein Geschäft in der Innenstadt. Irgendwann gibt es außer Lidl, Rewe und den anderen großen Märkten überhaupt keine anderen Einkaufsmöglichkeiten mehr."
Die andere Frau entgegnete: „Wenn von der Stadt nichts getan wird, ist das kein Wunder. Da fließt doch genug Geld hin, aber Meißen geht trotzdem den Bach runter." Ähnliche Einschätzungen hatte ich zuvor bereits von Touristen und Meißner Einwohnern gehört. Doch entspricht dieser Eindruck tatsächlich der Realität?
Christina D. aus Gefell im Vogtland besucht Meißen regelmäßig. „Einige inhabergeführte Geschäfte mussten aus gesundheitlichen oder altersbedingten Gründen schließen. Besonders denke ich an den wunderbaren Papeterie- und Kalenderladen Brück & Sohn. Auch der gut sortierte Lampen- und Elektrofachhandel in der Nähe des Stadtmuseums wird mir fehlen. Vor allem die freundliche und kompetente Beratung werde ich vermissen. Ich freue mich auf jeden Besuch in Meißen und wünsche mir sehr, dass sich für viele Geschäfte Nachfolger finden. Ein Supermarkt kann nicht leisten, was ein Fachhändler an Produktkenntnissen und persönlicher Beratung bietet. Bei uns im Vogtland gibt es Leerstände in ganz anderen Größenordnungen. Deshalb glaube ich, dass in Meißen teilweise auf vergleichsweise hohem Niveau geklagt wird."
