Tobias Goebel (47) lebt in Boston/Massachusetts, ist von Beruf Software-Marketing-Experte und betreibt den YouTube-Kanal Tesla Tobi. Es geht ihm vor allem um E-Mobilität, KI und Zukunftstechnologien. Er fährt seit vier Jahren mit seinem Tesla autonom und hat das System FSD (Full Self Driving – supervised) von Tesla jahrelang sehr genau geprüft. Die Ergebnisse seiner Tests veröffentlicht er auf seinem Kanal. Meißen News hat mit ihm gesprochen: Heute Teil 4 – Die Kameras im Tesla reichen aus für sicheres autonomes Fahren.
Du bist inzwischen ein Experte im autonomen Fahren geworden, im Tesla-System FSD. Und du lässt deine Abonnenten daran teilhaben, sodass sie jetzt auch bald virtuelle Experten geworden sind. Ich war vor ein paar Tagen in Berlin, ließ mich mit Teslas FSD durch die Stadt kutschieren – und, was soll ich sagen, es war so, wie du es uns immer zeigst: absolut unaufregend. Es rollt eben problemlos. Aber das war nicht immer so, oder?
Nein, ich habe im Mai 2022 zum ersten Mal Zugriff auf FSD bekommen. Damals war das ja noch eine andere Software-Architektur, da war das alles noch regelbasiert. Die haben mehrere 10.000, 100.000 Code-Zeilen gehabt und praktisch jede Verkehrssituation versucht abzudecken. Dementsprechend fuhr das Auto auch. Man sah dann schon, dass es sozusagen versucht, erst ein Manöver abzuschließen, bevor das nächste dann kommt. Das Problem war dann lange Zeit, dass das in der realen Welt einfach so nicht funktioniert.Und dann haben sie irgendwann die Architektur umgestellt. Das war mit der Version 12. Sie sind auf Ende-zu-Ende neuronale Netze umgestiegen. Was heißt das? Sie haben also praktisch den ganzen Code weggeschmissen. Tesla ist sich nie zu schade, Arbeit der Vergangenheit über den Haufen zu schmeißen, wenn sie neue Erkenntnisse darüber haben, wie es richtig geht. Es gibt ja dieses berühmte psychologische Phänomen der „Sunk Cost Fallacy“. Du hast also so viel schon investiert, dann kannst du jetzt nicht aufhören. Du musst weitermachen und hoffen, es klappt doch noch. Diese psychologischen Phänomene kennt Musk und kennt Tesla. Darauf fallen sie nicht rein. Okay, haben wir jetzt Milliarden verschwendet? Aber wir kennen den richtigen Weg. Somit ist das Geld nicht verschwendet, außerdem bleiben ja die Trainingsdaten.