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Unternehmerabend in Wermsdorf: Was wird aus dem Mittelstand?

Unternehmerabend in Wermsdorf: Was wird aus dem Mittelstand?
Unternehmer und Politik in Wermsdorf, v.l.n.r.: Sven Wilhelm, Thorsten Frei, Dr. Christiane Schenderlein, Dr. Katrin Leonhardt und Markus Renner. Foto: Freytag/MIT
Von: Meißen News
Mehr als 100 Unternehmer aus Meißen und Nordsachsen haben in Wermsdorf über die mittelständische Wirtschaft diskutiert. Ehrengast war Thorsten Frei, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Im Raum standen Fachkräftemangel, Abwanderung und Steuerrecht.

Mehr als 100 Unternehmerinnen und Unternehmer aus den Landkreisen Meißen und Nordsachsen haben am Mittwochabend in Wermsdorf über die Zukunft des ländlichen Raums zwischen Dresden und Leipzig gesprochen. Eingeladen hatten die Kreisverbände Meißen und Nordsachsen der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) zu ihrer ersten gemeinsamen Veranstaltung.

Ehrengast war Thorsten Frei, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Themen des Abends: die neue Förderpolitik und Unternehmensnachfolge.

Nach Angaben der Veranstalter planen bundesweit bis Ende 2026 rund 186.000 mittelständische Betriebe eine Übergabe. Weitere 243.000 sollen schließen, weil kein Nachfolger gefunden wird. Für Sachsen nannten die Organisatoren zwischen 2026 und 2030 rund 7.400 anstehende Übergaben. "Das Thema Unternehmensnachfolge ist für unseren deutschen Mittelstand essenziell. Die Politik kann aber keinen Nachfolger vorschreiben. Sie muss dafür sorgen, dass eine Übergabe nicht an Bürokratie, am Steuerrecht oder an schlechten Rahmenbedingungen scheitert. Wir als CDU/CSU-Bundestagsfraktion arbeiten daran, dass es sich auch in Zukunft lohnt, ein Unternehmen zu führen und Verantwortung als Arbeitgeber zu übernehmen“, sagte Thorsten Frei.

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Podium zu Fördergeld und Standort 

Auf dem Podium saßen Dr. Katrin Leonhardt (Vorstandsvorsitzende der Sächsischen Aufbaubank), Kai Mindel (Leiter der sächsischen Landesvertretung bei der EU), Meißens Oberbürgermeister Markus Renner und Sven Wilhelm (Geschäftsführer der ESAM GmbH, Riesa). Moderiert hat die Diskussion Nordsachsener Bundestagsabgeordnete Dr. Christiane Schenderlein.

Drei Runden drehten sich um Förderpolitik, Standortbedingungen und Nachfolge. Die regionalen Zahlen bestimmten die Debatte: Nordsachsen weist den Angaben zufolge 7,4 Prozent Arbeitslosigkeit aus, der Landkreis Meißen 5,8 Prozent – jeweils unter den Werten von Leipzig und Chemnitz. Trotzdem verliere Nordsachsen Beschäftigte an die Zentren und bis 2040 voraussichtlich rund 15.000 Einwohner.

Schenderlein sprach von einem Widerspruch: niedrigere Arbeitslosigkeit als in den Großstädten, trotzdem Abwanderung. Wer das ändern wolle, müsse mit den Unternehmern vor Ort reden, nicht über sie. Großes Thema auch: die Förderpolitik. Die EU möchte vereinfachen, weniger Fördertöüpfe, weniger Bürokratie. Doch hilft das dem Mittelstand wirklich?

Am 13. Oktober verhandelt das Bundesverfassungsgericht über die steuerliche Verschonung von Betriebsvermögen. Für viele Familienbetriebe im Saal, so die MIT, hänge daran, ob eine Übergabe wirtschaftlich möglich bleibt. Fragen aus dem Publikum will der Verband an die zuständigen Stellen weitergeben.

Beide Kreisverbände wollen die Zusammenarbeit fortsetzen. Eine weitere gemeinsame Veranstaltung ist für das neue Jahr geplant, nach Verabschiedung des sächsischen Doppelhaushalts. Die MIT vertritt mittelständische Interessen in CDU und CSU; Meißen und Nordsachsen kooperieren seit 2026.

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