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Training für neue Meißner Bürgerjournalisten

Training für neue Meißner Bürgerjournalisten
Die angehenden Meißner Bürgerjournalisten recherchieren im Lesesaal der Stadtbibliothek Meißen die Wahl in Moritzburg nach. Foto: Ulf Mallek
Von: Meißen News
Ein neues Projekt der Uni Leipzig ist in Meißen gestartet. Es geht auch um den Unterschied von Journalisten und Aktivisten.

Das klappte schon ausgesprochen gut. Acht angehende Meißner Bürgerjournalisten hatten am Samstag in der Stadtbibliothek Meißen die Aufgabe, die Bürgermeisterwahl in Moritzburg nachzurecherchieren. Wer hat denn gewonnen? Weshalb? Was sind die Hintergründe? Dazu wurden vier Teams gebildet, die sich alle wacker schlugen.

Dass die unabhängige Kandidatin Katrin Sontag vor einer Woche mit großer Mehrheit den CDU-Kandidaten Marcel Vetter besiegt hatte, bekamen alle heraus. Schwerer war es schon, nach den Gründen dafür zu suchen und nach Details, in welchen der sechs Moritzburger Ortsteile die Siegerin eigentlich wohnt beispielsweise. Aber gehört das denn in eine Nachricht? Was ist der Unterschied zu einem Bericht oder zu einer Reportage?

Es gab viel zu diskutieren und zu lernen für die Teilnehmer an dem Projekt Bürgerjournalismus 2026 der Uni Leipzig, des Journalistenverbandes und der Volkswagenstiftung. Die Gruppe war bunt gemischt: Von Mitarbeiterin in einem US-Softwarekonzern über im Dorf in Vereinen und Bürgerlisten engagierte Personen, einen Diplom-Ingenieur und ein Mitglied im Förderverein des Meißner Tierparks bis hin zu einer studierten Schriftstellerin. Sie alle aber eint eins: Sie möchten etwas für ihre Region und ihren Ort tun - und das gern öffentlich. Wer schreibt, der bleibt.

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Ihr Coach ist Meißen-News-Redakteur Ulf Mallek, der ihnen die Grundlagen der Journalismus in den nächsten Wochen beibringen möchte. Hauptthemen des ersten Tages: Trennung von Nachricht und Kommentar, der Unterschied von Journalist und Aktivist sowie welche Quellen seriös sind. Aber auch: Wie beeinflusst die KI die Zukunft des Journalismus?

Der Kurs läuft in Meißen noch bis Mitte Juli. Ziel ist, dass alle Teilnehmer eine druckreife größere journalistische Arbeit recherchieren, schreiben und auch veröffentlichen. Erste Themen wurden bereits diskutiert: vom Tierpark Meißen über die lokale Energiewende bis zur 1.100-Jahr-Feier. Die Plattform diesachsen.de wird alle Texte veröffentlichen.

Weitere Seminare dieser Art finden im Landkreis Meißen in Radebeul und Großenhain sowie in ganz Sachsen statt. Das Projekt mit dem vollständigen Namen "Bürger machen Journalismus - Stärkung des Medienvertrauens für eine Demokratie im Wandel“ versucht herauszufinden, inwiefern professionell begleitete, bürgerjournalistische Arbeit helfen kann, Vertrauen in journalistische Medien zu stärken. Zudem können Bürgerjournalisten auch dabei helfen, die durch Abbau von lokalen journalistischen Kapazitäten aus wirtschaftlichen Gründen aufgetretenen Lücken bei der lokalen Berichterstattung der Regionalmedien wieder zu füllen.

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