Streuobstwiesen in Sachsen durch mangelnde Pflege bedroht
Die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU) ist vom 18. bis 20. September mit einem Informationsstand auf der Grünen Meile beim Sächsischen Landeserntedankfest in Wurzen vertreten. Wie die Stiftung mitteilte, werde das Angebot durch eine Ausstellung zum Thema Streuobstwiese in der Leuchtenmanufaktur sowie einen Vortrag zur Streuobstvermarktung am Samstagabend ergänzt. Die LaNU lade Besucherinnen und Besucher ein, sich am Stand über Streuobstsorten zu informieren und Produkte zu verkosten.
Stiftungsdirektor Robert Clemen habe erklärt, mit den Aktivitäten werbe die LaNU für ein stärkeres Engagement im praktischen Naturschutz, vor allem für den Schutz heimischer Streuobstwiesen. Naturschutz müsse seiner Ansicht nach ein wichtiger Bestandteil eines solchen Volksfestes sein. Die Stiftung sei Eigentümerin mehrerer Streuobstwiesen in Sachsen, unter anderem in Neukirchen/Pleiße im Landkreis Zwickau sowie in Trebsen, Gnandstein und Köhra im Landkreis Leipzig. Weitere Flächen gebe es in Freital-Weißig im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Die Wiesen würden naturschutzfachlich bewirtschaftet. Dazu gehörten fachgerechte Schnittmaßnahmen, extensive Mahd und teilweise Beweidung mit Schafen.
Streuobstwiesen seien in Sachsen durch mangelnde Nutzung und Pflege bedroht. Immer wieder verschwänden Obstbäume an Dörfern sowie entlang von Straßen und Wegen. Zudem setze der verstärkte Mistelbefall den Beständen zu. Der Halbparasit könne Bäume so stark schwächen, dass sie absterben. Nach Angaben der Stiftung könne auch die Vermarktung von Streuobstprodukten wie Saft, Bier und getrocknetem Obst zum Schutz der Wiesen beitragen. Gleichzeitig entstünden so zusätzliche Einkünfte im Nebenerwerb. Streuobstwiesen gelten in Sachsen als geschütztes Biotop, wenn sie mindestens zehn Obstbäume und eine Fläche von mindestens 1.500 Quadratmetern umfassen. Der Obstanbau habe in Sachsen eine lange Tradition; erste Obstgärten seien in Klöstern entstanden und hätten sich von dort aus verbreitet.