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Riesa: Lesung über den Schock der Treuhand-Jahre

Schwarz-Weiß-Foto: Demonstranten mit Fahnen halten ein Transparent mit der Aufschrift Wie weit treibt die Treuhand das Spiel mit unseren Arbeitsplätzen
Protest vor der Treuhandanstalt in Berlin im Dezember 1990: Beschäftigte der Maxhütte Unterwellenborn bangen um ihre Arbeitsplätze. Foto: Bundesarchiv, Bild 183-1990-1219-006, Klaus Franke, CC BY-SA 3.0 DE
In der Stadthalle „stern“ liest Katrin Rohnstock am 16. Oktober aus einem Buch, in dem Ostdeutsche von Entlassungen und Betriebsschließungen nach 1990 erzählen.

Riesa. Die Stadthalle „stern“ in Riesa lädt für Freitag, 16. Oktober, zu einer Lesung mit der Herausgeberin und Autorin Katrin Rohnstock ein. Im Mittelpunkt steht das Buch „Der große Schock. Ostdeutsche erzählen von den Folgen der Treuhandpolitik“. Als Beginn nennt die Stadthalle 19.30 Uhr.

35 Jahre nach 1990 kommen in dem Buch Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aus verschiedenen ostdeutschen Regionen zu Wort. Sie berichten laut Ankündigung von Entlassungen, wirtschaftlichen Brüchen, Protesten, Hoffnungen und dem langen Ringen um Anerkennung und Gerechtigkeit. Die Erzählungen reichen von der Schließung traditioneller Industriebetriebe über den Verlust der beruflichen Identität bis zu Hungerstreiks und Initiativen, die ihre Betriebe erhalten wollten.

Lebensgeschichten aus Erzählsalons

Das Buch beruht auf einem Erzählprojekt, in dem ehemalige Beschäftigte aus unterschiedlichen Branchen ihre Lebensgeschichten geschildert haben. Gesammelt wurden sie in moderierten Erzählsalons, danach professionell aufbereitet und von den Beteiligten autorisiert. Entstanden sei, so die Ankündigung, „ein vielstimmiges Zeitdokument, das das lange Schweigen über diese Erfahrungen aufbricht“.

Karten gibt es online über die Internetseite der WT Energiesysteme Arena und in der Riesa Information.