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Radebeul entscheidet über eine Brücke an der Weintraube

Lageplan mit geplanter Rad- und Fußverkehrsbrücke über die Weintraubenstraße am S-Bahn-Halt Radebeul-Weintraube
So könnte es am S-Bahn-Halt Weintraube aussehen. Der Lageplan zeigt die Brücke über die Weintraubenstraße, den geplanten Stadtplatz und den Parkplatz am Krokofit. Grafik: Stadt Radebeul
Über die Weintraubenstraße soll eine Brücke für Radfahrer und Fußgänger führen, die Richard-Wagner-Straße wäre für den Durchgangsverkehr dicht. Im Ausschuss ging die Abstimmung denkbar knapp aus.

Radebeul. Wer vom S-Bahn-Halt Radebeul-Weintraube zum Stadion, zur Jugendherberge oder zum Lößnitzgymnasium will, muss heute über die Weintraubenstraße. Das soll sich ändern. Am Mittwoch nächster Woche entscheidet der Stadtrat, wie es dort weitergeht. Die Verwaltung schlägt eine Rad- und Fußverkehrsbrücke über die Weintraubenstraße vor. Außerdem soll der südliche Abschnitt der Richard-Wagner-Straße für den Kfz-Durchgangsverkehr abgebunden werden.

Ein Gutachten hat vier Varianten verglichen. Neben der Brücke waren das eine Ampel am Knoten Weintraubenstraße/Roseggerstraße, eine Ampel mit Wegeführung nördlich an der Jugendherberge entlang und ein Minikreisverkehr. Die Brücke stuft der Gutachter als „sehr empfehlenswert“ ein. Sie ermögliche „als einzige untersuchte Variante eine sichere und unterbrechungsfreie Fortsetzung der Rad- und Fußwegeverbindung, ohne den Verkehrsfluss auf der Weintraubenstraße zu beeinträchtigen“, heißt es in der Beschlussvorlage. Bei der Ampel rechnet die Stadt mit längeren Wartezeiten. Den Minikreisel empfiehlt sie wegen der Enge und der schwierigen Befahrbarkeit für Busse nicht.

Für das Brückenbauwerk allein liegt ein erster Kostenansatz von rund 818.000 Euro brutto vor. Die Machbarkeitsstudie rechnet für sieben Teilmaßnahmen rund um den S-Bahn-Halt mit rund 2,475 Millionen Euro. Dazu gehören neben der Brücke auch der Ausbau der Weintraubenstraße, ein Kombiparkplatz am Krokofit, ein Park-and-ride-Platz und ein Vorplatz am Lößnitzgymnasium. Fördermittel und eine mögliche Kostenteilung sind noch zu prüfen.

Durch die Richard-Wagner-Straße fahren nach der Abschätzung des Gutachters heute rund 530 Fahrzeuge am Tag als Abkürzung. Dieser Verkehr soll künftig überwiegend über das Hauptstraßennetz laufen. Damit kein Schleichverkehr durch die Mozartstraße entsteht, schlägt die Stadt dort eine Einbahnstraße in Richtung Richard-Wagner-Straße vor. Radfahrer dürften in Gegenrichtung fahren. Das Krokofit und der S-Bahn-Halt sollen erreichbar bleiben. Wo heute die Straße verläuft, soll ein Stadtplatz am S-Bahn-Halt entstehen.

Es handelt sich „noch nicht um einen Baubeschluss“. Der Stadtrat legt nur die Richtung für die weitere Planung fest. Einig ist sich die Politik trotzdem nicht. Im Stadtentwicklungsausschuss stimmten am 6. Oktober in nichtöffentlicher Sitzung sechs Mitglieder für die Vorlage und fünf dagegen.

Der Stadtrat Radebeul tagt am Mittwoch, 28. Oktober, ab 17 Uhr im Ratssaal des Rathauses. Der erste Teil der Sitzung ist öffentlich, zu Beginn gibt es eine Einwohnerfragestunde. Tagesordnung und Unterlagen stehen im Ratsinformationssystem der Stadt.