Osterfeuer sind in vielen Regionen fester Bestandteil der Feiertage. Was als geselliges Beisammensein beginnt, kann jedoch unbeabsichtigt zur Gefahr für Wildtiere werden. Besonders Igel sind betroffen: Sie nutzen aufgeschichtete Holz- und Reisighaufen als Versteck oder halten darin noch ihren Winterschlaf. Wird der Haufen später angezündet, bleibt oft keine Fluchtmöglichkeit. Das teilte die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt mit.
Naturschutzfachleute betonen dennoch: Niemand muss wegen dieser Risiken auf die Tradition verzichten. Entscheidend ist, wie der Feuerplatz vorbereitet wird. Als wichtigste Regel gilt, Holzhaufen für Traditionsfeuer erst am Tag des Abbrennens aufzuschichten. Dadurch verringert sich die Wahrscheinlichkeit erheblich, dass sich Tiere bereits zuvor darin eingerichtet haben.
Der Hintergrund: Tagsüber steigen die Temperaturen im Frühjahr oft deutlich, nachts kehrt die Kälte jedoch zurück. Der Boden liefert dann noch wenig Nahrung für Insektenfresser. Bereits aufgewachte Igel legen in solchen Nächten teils weite Strecken zurück, um ausreichend Futter zu finden. Häufig schaffen sie es nicht bis zum Morgen zurück in ihr ursprüngliches Winterschlafnest und suchen kurzfristig neue Unterschlüpfe, um den Tag über zu ruhen. Länger liegende Holzhaufen bieten dafür ideale, scheinbar sichere Verstecke. Igel gehören nicht zu den Fluchttieren. Bei Gefahr (Knistern oder Feuergeruch) rollen sie sich instinktiv zusammen und warten ab. So ist es möglich, dass sie qualvoll in den Feuern verbrennen. Ähnliches gilt übrigens für nachtaktive Säuger, bodenbrütende Vögel und viele Insekten, die häufig nicht mehr rechtzeitig fliehen können.