Das Feuer lodert ziemlich hoch. An der offiziellen Feuerstelle direkt an der Elbe unterhalb der Dresdner Drachenschänke und gegenüber des weihnachtlich beleuchteten Johannstädter Fährgartens. Die Szene sieht sogar etwas romantisch aus. Torsten Küllig, der Moritzburger Ober-Grundsteuerrebell, hat seine Mitrebellen zur vorweihnachtlichen Wintersonnenwende eingeladen. Rund 50 sind gekommen. Bei Glühwein und Grillwürstchen haben alle nur ein Thema: das neue Grundsteuergesetz und seine Auswirkungen.
Es schwirren Begriff wie Grundsteuerwert, Grundsteuermesszahl und Hebesatz herum. Wie berechnet man eigentlich die Grundsteuer für 2025, fragen vor allem die neuen unter den Rebellen. Die alten Hasen wissen es: Grundsteuerwert mal Messzahl mal Hebesatz durch 100. In den Gesprächen kommt immer heraus: Der muss mehr zahlen, keiner weniger. Viele der Rebellen haben das Pech, am Rand von Türen Baugebieten Gartenland zu besitzen. Ihre Steuer kann sich da schnell mal verzehnfachen oder sogar verhundertfachen. Küllig sagt: "Noch sind die Proteste überall nicht sehr laut. Aber das wird sich ändern, wenn die Leute Anfang nächsten Jahres ihre Grundsteuerbescheide vom Amt in den Händen halten." Dann wird es aber wohl zu spät sein für Einsprüche.