Meißen startet größtes Abwasserprojekt seit 30 Jahren
Der Eigenbetrieb Abwasserentsorgung Meißen startet am 15. April mit einem der größten Abwasservorhaben der vergangenen 30 Jahre. Das teilte die Stadtverwaltung mit. Zwischen Plangasse und Dammweg entstehen unter anderem eine rund 840 Meter lange Abwasser-Druckleitung entlang des Elberadweges, ein über 200 Meter langer Stauraumkanal zwischen Eisenbahnbrücke und Bahnhofstraße mit einem Innendurchmesser von 2,5 Metern und knapp 1.000 Kubikmetern Volumen sowie ein neues Abwasserpumpwerk unterhalb der Bahnhofstraße. Hinzu kommen zahlreiche weitere Schacht- und Sonderbauwerke. Das Vorhaben wird vom Freistaat Sachsen gefördert und mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes mitfinanziert.
Der Hintergrund der Maßnahme sind gesetzliche Vorgaben zur Anpassung der Mischwassereinleitungen an den aktuellen Stand der Technik. Die bestehenden Regenüberläufe Plangasse und Elbberg leiten bei Regen zu viel verschmutztes Mischwasser in die Elbe und überschreiten damit die zulässigen Grenzwerte deutlich. Mit dem neuen Stauraumkanal und einem Entlastungs- und Einleitbauwerk sollen diese Werte künftig zuverlässig eingehalten werden. Das neue Kanalsystem hat ein Gesamtvolumen von rund 950 Kubikmetern und ist damit in der Lage, auch bei starken Regenfällen deutlich mehr Mischwasser zurückzuhalten, bevor es in die Elbe gelangt.
Ein zentrales Element des Projekts ist das neue Abwasserpumpwerk, das das bisherige, störanfällige Mischwasserpumpwerk Plangasse ersetzt. Dieses war bei zurückliegenden Hochwasserereignissen mehrfach beschädigt worden. Das neue Pumpwerk entsteht an einem optimierten Standort am Elbparkplatz, direkt neben der Stützmauer Bahnhofstraße an der Ecke der Rampe Elbberg. Die Sohle des Bauwerks liegt 7,20 Meter unter Geländeoberkante in felsigem Baugrund – eine besondere bautechnische Herausforderung. Optisch wird das Pumpwerk durch eine Mauerwerksverblendung mit roten Granitsteinen in die bestehende Stützmauer integriert. Es ist so konzipiert, dass es auch im Hochwasserfall zugänglich bleibt, was die Betriebssicherheit der städtischen Abwasserentsorgung bei Elbehochwasser maßgeblich verbessert. Vom Pumpwerk aus wird das Abwasser über zwei Pumpen mit einer Gesamtleistung von 60 Litern pro Sekunde durch eine 840 Meter lange Druckleitung bis zum Übergabepunkt in den Hauptsammler in der Hafenstraße geleitet und gelangt von dort im Freigefälle zur Gemeinschaftskläranlage.
Während der gesamten Bauzeit bis Herbst 2027 kommt es zu Einschränkungen am Elbparkplatz. Bis voraussichtlich Mitte Juli ist zudem eine teilweise Sperrung des Elberadweges zwischen Altstadtbrücke und Elbtalbrücke erforderlich. Eine ausgeschilderte Umleitung führt über den Dammweg, das Fährgässchen und die Hafenstraße. Die Stadtverwaltung bittet Anwohnerinnen, Anwohner und Radfahrende um Verständnis für die Einschränkungen während der langen Bauzeit.