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Meißen schließt Kita „Regenbogen“ – das steckt hinter der Entscheidung

Meißen schließt Kita „Regenbogen“ – das steckt hinter der Entscheidung
Symbolbild Kindergarten / pixabay 89275
Von: Meißen News
Was der Stadtrat am Dienstag beschlossen hat und was Eltern jetzt wissen müssen. Im nächsten Jahr könnte noch eine Schließung nötig sein.

Die Stadt Meißen stellt ihre Kita-Landschaft neu auf und reagiert damit auf deutlich sinkende Kinderzahlen. Das teilte die Stadtverwaltung am Dienstag mit. Grundlage ist die 9. Regionalisierte Bevölkerungsentwicklungsvorausberechnung, die im Mai veröffentlicht wurde und die jüngsten demografischen Trends berücksichtigt. Der Stadtrat hat am Dienstag beschlossen, die Kindertageseinrichtung „Regenbogen“ zum 31. Juli 2027 zu schließen.

Die Verwaltung begründet die Entscheidung mit strukturellen Problemen, die sich aus der rückläufigen Zahl an Kindern ergeben. Laut Sächsischem Kita-Gesetz richtet sich das verfügbare Personal nach festen Personalschlüsseln. „Sinkende Kinderzahlen bedeuten automatisch weniger Personal“, teilte die Stadt mit. Besonders kleine Einrichtungen könnten damit Öffnungszeiten immer schlechter abdecken oder Ausfälle kompensieren. Hinzu komme, dass Fixkosten wie Strom und Heizung unabhängig von der Belegung anfallen. Werden sie auf weniger Kinder verteilt, steigen die Betriebskosten pro Kind – und damit gesetzlich gekoppelt auch die Elternbeiträge.

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Bereits seit 2022 hatte die Stadt Maßnahmen ergriffen, um die Entwicklung abzufedern: Plätze in städtischen Kitas wurden reduziert, frei werdende Tagespflegestellen nicht nachbesetzt und die Kita „Niederauer Entdecker“ in den Bedarfsplan der Gemeinde Niederau übergeben. Zudem wurde mit freien Trägern vereinbart, die Belegung bis spätestens 1. August 2027 auf maximal 80 Prozent der Betriebserlaubnis zu senken, um die Kinder gleichmäßig zu verteilen.

Diese Schritte reichen nach Einschätzung der Verwaltung jedoch nicht mehr aus. Die demografische Entwicklung sei langfristig geprägt: Niedrige Geburtenzahlen der 90er Jahre führten dazu, dass heute weniger Menschen im Alter der Familiengründung leben. „Die damals nicht geborenen Kinder fehlen heute als potenzielle Eltern“, heißt es aus dem Rathaus. Gleichzeitig sei die Geburtenziffer in Sachsen inzwischen bundesweit eine der niedrigsten. Zuzüge könnten das Defizit nicht ausgleichen.

Der Stadtrat hat die Verwaltung beauftragt, zu prüfen, ob ein bestehender Kindergarten in das Gebäude der Kita „Regenbogen“ verlagert werden kann. Gespräche mit möglichen Trägern sollen kurzfristig beginnen.

Für das Jahr 2028 könnte eine weitere Schließung notwendig werden. Dann soll erneut geprüft werden, ob die Kita „Meißner Spatzen“ geschlossen werden muss. Eigentlich war deren Schließung in diesem Jahr schon fst beschlossene Sache. Doch der Stadtrat schwenkte um und schließt dafür die Kita "Regenbogen".

Für Eltern der Kita „Regenbogen“ besteht laut Stadtverwaltung aktuell kein Handlungsbedarf. Alle Kinder könnten weiterhin betreut werden. Gemeinsam mit Leitung, Elternvertretern, Förderverein und anderen Einrichtungen soll ein Übergangskonzept erarbeitet werden, das die bestehenden Beziehungen der Kinder möglichst erhält. Ein Elternabend ist für den 26. August geplant. Bis dahin stehen die Einrichtungsleitung und das Familienamt für Fragen zur Verfügung.

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