Frostnacht vorhergesagt: Feuer in den Weinbergen an der Elbe geplant
Die Meißner Winter machen sich bereit. Nach warmen und sonnigen Tagen kündigen die aktuellen Wettervorhersagen für die Nacht von Dienstag auf Mittwoch Frost im sächsischen Elbtal an. Um mehr als 100.000 Rebstöcke in frostgefährdeten Lagen vor den vorhergesagten Minustemperaturen zu schützen, bereiten sich die Winzer von Schloss Wackerbarth auf einen nächtlichen Einsatz mit Weinbergsfeuern vor. Das teilte das Unternehmen mit.
In acht Weinbergen und Junganlagen in Diesbar-Seußlitz, Laubach, Weinböhla und Radebeul werden sie mehrere hundert kleine, kontrollierte Feuer entzünden. Diese leuchten auf einer Fläche von 30 Hektar und damit einem Drittel der gesamten Rebfläche von Schloss Wackerbarth.
Im Detail werden in verschiedenen Lagen die folgenden Rebsorten geschützt:
- 2.900 Muscaris-Reben auf 0,9 Hektar in Weinböhla
- 8.000 Pinotin-Reben auf 1,9 Hektar in Weinböhla
- 4.000 Blütenmuskateller-Reben auf 1,2 Hektar in Weinböhla
- 8.000 Bacchus-Reben auf 1,8 Hektar in Diesbar-Seußlitz
- 11.000 Müller-Thurgau-Reben auf 2,2 Hektar in Diesbar-Seußlitz
Insgesamt befinden sich die frostgefährdeten Rebflächen von Schloss Wackerbarth derzeit auf einer Fläche von rund 30 Hektar, was einem Drittel der gesamten Rebfläche entspricht.
Die Reben befinden sich aktuell im sogenannten Wolle-Stadium, in dem der Knospenausbruch langsam beginnt. In dieser Phase sind sie besonders anfällig für Spätfröste. Die Minustemperaturen bedrohen vor allem junge Triebe, die durch die Kälte braun werden und absterben können. Solche Schäden können zu Ernteeinbußen im aktuellen Weinjahr führen und Folgeschäden in den kommenden Jahren nach sich ziehen. Gefährdet sind insbesondere Junganlagen sowie Weinberge, in denen die Kälte nicht ausreichend abfließen kann.
Bereits seit 2014 setzt Schloss Wackerbarth auf gezielte, standortabhängige Frostschutzmaßnahmen. In Weinböhla brennen in diesem Jahr etwa 700 Frostkerzen, um rund 30.000 Solaris-, Muscaris-, Pinotin- und Blütenmuskateller-Reben auf einer Gesamtfläche von zehn Hektar zu schützen. In Diesbar-Seußlitz und Laubach kommen zudem kostengünstigere Rauchfeuer bzw. kleine, kontrollierte Feuerstellen zum Einsatz, insbesondere dort, wo direkte Anwohner fehlen. Die Gesamtkosten für die Frostschutzmaßnahmen auf den 30 Hektar Rebfläche belaufen sich auf einen knapp fünfstelligen Betrag.