Erneut treten die Beschäftigten bei der Deutschen Saatveredlung AG (DSV) in einen Warnstreik. In der Firmenzentrale in Lippstadt sowie an den Standorten Leutewitz bei Meißen in Käbschütztal, Bückwitz in Brandenburg, Asendorf in Niedersachsen sowie Thüle bei Salzkotten in Westfalen wird am Montag und Dienstag die Arbeit niedergelegt. Das teilt am Freitag die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit. Die Arbeitnehmer wollen endlich einen Haustarifvertrag mit höherer Entlohnung.
„Wir wollen nicht länger einzeln vor dem Chef stehen und um bessere Bedingungen bitten müssen. Wir wollen als Belegschaft gemeinsam mit am Tisch sitzen und mitentscheiden, wie unsere Arbeit bewertet wird. Das ist unser Recht – und genau das wird uns verweigert. Dabei geht es um Respekt und Mitbestimmung“, sagt die DSV-Beschäftigte Anne Thiele.
Konkret fordern die Arbeitnehmer 350 Euro mehr pro Monat, drei zusätzliche Urlaubstage für Gewerkschaftsmitglieder und die Festschreibung der bisherigen betrieblichen Leistungen. Die DSV-Führung verweigere bislang jegliche Gespräche. Im Gegenteil, nach einem zurückliegenden Warnstreik wären individuelle Schreiben versandt worden, in denen suggeriert wurde, dass man sich bei einem Streik vorab beim Arbeitgeber abmelden müsse. Ein klarer Versuch, das verfassungsrechtlich garantierte Streikrecht zu untergraben, so die Gewerkschaft.