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Emmas Vater erhebt Vorwürfe gegen Dresdner Gerichtsurteil

Emmas Vater erhebt Vorwürfe gegen Dresdner Gerichtsurteil
Protest der Angehörigen und Freunde vor dem Landgericht Dresden. Foto: privat
Von: Meißen News
Nach dem Urteil des Landgerichts Dresden kritisiert der Vater der getöteten Emma die Entscheidung. In sozialen Medien spricht er von Entwürdigung und fordert, die Tat als Mord zu benennen.

Die Familie ist aufgewühlt. Nach dem Urteil des Landgerichts Dresden vom Donnerstag hat der Vater der getöteten Emma öffentlich scharfe Kritik geäußert. In einem Beitrag in sozialen Medien schreibt er, das Urteil sei gefallen – „kein Mord. Kein Femizid“. Für die Familie sei diese Entscheidung ein weiterer Schlag. Das Landgericht Dresden verurteilte den 17-jährigen Freund der im Mai vorigen Jahres in einem Waldgebiet der Laußnitzer Heide getöteten Emma (21) zu einer nach Ansicht vieler eher milden Strafe. Der Täter kommt ohne Haftstrafe davon, muss aber unbefristet in ein psychiatrisches Krankenhaus. Der Täter ist aufgrund der psychischen Erkrankung schuldunfähig. Die Entscheidung ist rechtskräftig.

Emmas Vater Patrick Drebenstedt sieht das anders. Besonders schwer wiegt für die Eltern nach eigenen Angaben die Art der Kommunikation im Verfahren. Das Urteil sei ihnen „nur bruchstückhaft“ übermittelt worden, der Austausch mit der Anwältin sei von Beginn an „stolprig“ und distanziert gewesen. Mehrfach hätten sie das Gefühl gehabt, nur am Rand zu stehen, obwohl es um ihr Kind gehe.

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Inhaltlich weist der Vater die juristische Bewertung zurück. Aus den Einblicken in die Anklageschrift sei für die Familie längst klar gewesen, worum es gehe: Für sie handele es sich um Mord. Er führt an, wer seine Ex-Partnerin mit einem Messer bedrohe, seine Tat einschätzen könne und gezielt handle, könne aus Sicht der Angehörigen nicht einfach als schuldunfähig gelten. Dass ein solcher Täter am Ende für schuldunfähig gesprochen werde, sei für die Eltern nicht nachvollziehbar.

Der Vater beschreibt die vergangenen Monate als Leben mit einem Schmerz, „den man nicht in Worte fassen kann“. Die Formulierung „kein Mord. Kein Femizid“ empfinde die Familie als erneute Entwürdigung, als Relativierung und als Abschwächung der Tat. Zurück blieben Wut, Leere und das Gefühl, im Verfahren wiederholt übergangen worden zu sein.

Zugleich kündigt der Vater an, die Familie werde nicht schweigen. Man werde weiter den Mund aufmachen, unbequeme Themen ansprechen und laut bleiben. Das Urteil sei für sie kein Abschluss. Emma verdiene die Wahrheit und dass man die Dinge beim Namen nenne, schreibt er – und dass die Angehörigen nicht aufhörten.

Am 18. Mai  2025 hat nach einer Techno-Party der damals 16-Jährige seine Freundin durch eine Vielzahl an Stichen getötet.  Beide hatten mit anderen Partygästen die Nacht in der Laußnitzer Heide durchgefeiert und waren später zu Fuß auf dem Heimweg. Der Oberschüler wirkte verwirrt, berauscht und hatte blutige Hände. 

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