In der Affäre um den Freiberger Oberbürgermeister Philipp Preißler hat die Polizeidirektion Leipzig einen Bluttest bestätigt. Das teilte Polizeisrecher Olaf Hoppe am Montag der Freien Presse mit. „Die Blutentnahme wurde richterlich angeordnet und durchgeführt“, so Hoppe. Angaben zum Zweck der Maßnahme oder zu möglichen Drogen‑ oder Alkoholeinflüssen beim Vorfall am 6. August in einem Leipziger Hotel machte die Polizei mit Verweis auf laufende Ermittlungen nicht.
Parallel dazu bereitet der Landkreis Mittelsachsen mögliche verwaltungsrechtliche Schritte vor. Landrat Sven Krüger erklärte im Interview mit der Freien Presse, dass am Montag eine rechtliche Expertise zum Beamtenstatus des Oberbürgermeisters vorliegen soll. Krüger betonte, die Stadt Freiberg müsse trotz der Querelen handlungsfähig bleiben: „Gemeinsam mit der Stadt müssen wir schnell klare und stabile Verhältnisse schaffen.“
Krüger, der Preißler aus dessen Zeit als Büroleiter im Freiberger Rathaus kennt, zeigte sich persönlich betroffen. Er habe Preißler als „verlässlichen und loyalen Kollegen“ erlebt. Die Ereignisse in Leipzig seien für ihn „nicht entschuldbar“, dennoch mache er sich Sorgen: „Philipp Preißler braucht Hilfe. Offensichtlich braucht er medizinische Hilfe.“ Der Oberbürgermeister sei derzeit nicht erreichbar.