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Betriebsratswahlen beginnen im Kreis Meißen

Betriebsratswahlen beginnen im Kreis Meißen
Betriebsratswahlen im Landkreis Meißen. Foto: NGG | Florian Göricke
Von: Meißen News
Im Landkreis Meißen können Beschäftigte vom 1. März bis 31. Mai ihre Betriebsräte wählen. Die Gewerkschaft NGG wirbt für mehr Mitbestimmung. Zum Auftakt musste die Gewerkschaft eine Niederlage einstecken.

Mehr Lohn, mehr Freizeit und mehr Mitbestimmung: Mit einem Betriebsrat sind die Arbeitsbedingungen in vielen Unternehmen spürbar besser. Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit Blick auf die anstehenden Betriebsratswahlen hin. Vom 1. März bis 31. Mai sind Beschäftigte bundesweit aufgerufen, ihre Interessenvertretungen im Betrieb neu zu wählen. Im Landkreis Meißen sind nach Angaben der NGG rund 94.400  Arbeitnehmer in knapp 3.310 Betrieben wahlberechtigt.

Ein Betriebsrat kann überall dort gewählt werden, wo mehr als fünf Beschäftigte arbeiten – unabhängig davon, ob es sich um Industrie, Handwerk, Lebensmittelproduktion oder eine Bäckerei handelt. Dabei zählen Vollzeit- und Teilzeitkräfte ebenso wie Auszubildende. „Der Betriebsrat bündelt die Stimmen der Beschäftigten und verleiht ihnen so mehr Gewicht gegenüber der Leitungsebene. Auf dieses Sprachrohr muss die Unternehmensführung hören“, sagt Thomas Lißner von der NGG Dresden-Chemnitz. Zugleich gebe es im Kreis Meißen weiterhin in vielen Unternehmen keinen Betriebsrat. Dadurch würden Beschäftigte Chancen vergeben, Entscheidungen im Betrieb aktiv mitzugestalten, so Lißner.

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Besonders wichtig sei laut NGG das Zusammenspiel von Gewerkschaft und Betriebsrat. Während Gewerkschaften Tarifverträge und damit faire Löhne aushandeln, sorge der Betriebsrat im Unternehmen dafür, dass die Regelungen tatsächlich im Arbeitsalltag ankommen. Lißner verweist auf Studien des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung: Betriebe mit Tarifvertrag böten deutlich bessere Arbeitsbedingungen als vergleichbare Betriebe ohne Tarifbindung. Ohne Tarifvertrag fehle Beschäftigten rechnerisch ein volles Monatsgehalt, zudem falle pro Jahr eine Woche Mehrarbeit an.

Auch bei Ausbildung und Beschäftigungssicherung spielten Betriebsräte eine zentrale Rolle. Sie könnten Ausbildung aktiv mitgestalten, für verlässliche Abläufe sorgen und dazu beitragen, mehr Nachwuchs im Betrieb zu gewinnen. Wenn Unternehmen in eine Krise geraten, setze ein Betriebsrat nach Angaben der NGG auf tragfähige Konzepte, um Arbeitsplätze zu erhalten.

Gerade in der Lebensmittelindustrie, die in der Region oft als vergleichsweise krisenfest gilt, bringe Mitbestimmung zusätzliche Vorteile: von klaren Regeln bei der Urlaubsplanung über betriebliche Weiterbildung bis hin zu Gesundheitsschutz und stimmigen Schichtplänen. 

Von Arbeitgeberseite, aber auch von Beschäftigten kommen Argumente gegen Betriebsräte gerade in kleineren Unternehmen, da sie Geld kosten. Betriebsräte müssen für ihre Tätigkeit zeitweise oder - in größeren Unternehmen -  auch ganz freigestellt werden. Oft wird auch davon gesprochen, dass Betriebsräte Entscheidungen blockieren, auch weil es ihnen an Fachkompetenz mangelt. Auch der große Einfluss der Gewerkschaften wird bemängelt. Ein Beispiel ist die Betriebsratswahl bei Tesla in Grünheide. Dort gibt es einen Betriebsrat, doch mit nur mäßigem Einfluss der Gewerkschaft IG Metall. Das sollte sich durch die neue Wahl ändern. Doch die Mitarbeiter setzten mehrheitlich auf die unternehmensfreundlichere Liste "Giga United". Für die Gewerkschaft bedeutet das Ergebnis eine empfindliche Niederlage zum Auftakt in das Betriebsratswahljahr.

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