Die Autobahn GmbH des Bundes kündigt eine umfangreiche Erneuerung der A4 in Sachsen an. Von März bis Dezember wird zwischen den Anschlussstellen Limbach-Oberfrohna und Chemnitz-Glösa auf einer Länge von rund sechs Kilometern die Fahrbahn erneuert. Gearbeitet wird auf der Richtungsfahrbahn Görlitz, wobei die neue Fahrbahn nach Angaben der Autobahn GmbH überwiegend in Betonbauweise hergestellt wird. Ziel ist es, den Abschnitt nach mehr als 25 Jahren Nutzung wieder dauerhaft leistungsfähig und verkehrssicher zu machen.
Hintergrund der Maßnahme ist der schlechte Zustand der bestehenden Fahrbahn. Diese habe mit einem Alter von über 25 Jahren das Ende ihrer Lebensdauer erreicht und weise zudem erhebliche Schäden auf. In der Kombination sei eine grundlegende Erneuerung in diesem Zeitraum „unumgänglich“. Für das Gesamtprojekt sind Kosten von etwa 33,58 Millionen Euro brutto veranschlagt; darin enthalten sind auch bauvorbereitende Maßnahmen aus dem Jahr 2025.
Im Mittelpunkt steht die Erneuerung der Fahrbahn auf der Richtungsfahrbahn Görlitz. Parallel dazu sind weitere Arbeiten vorgesehen, die den Betrieb und die Sicherheit auf der Strecke verbessern sollen. So werden im Rahmen der Baumaßnahme insgesamt 13 Verkehrszeichenbrücken errichtet. Diese Bauwerke dienen unter anderem dazu, Verkehrszeichen über mehreren Fahrstreifen gut sichtbar anzuordnen und damit die Verkehrsführung in einem stark belasteten Knotenpunktbereich zu unterstützen.
Außerdem werden drei Regenrückhaltebecken instandgesetzt. Diese Anlagen sind Teil des Wasser- und Umweltschutzes entlang der Autobahn, weil sie Niederschlagswasser zurückhalten und so die Einleitung in Gewässer oder Kanalisation kontrollieren. Ergänzend wird die Entwässerung auf dem Abschnitt überarbeitet beziehungsweise instandgesetzt. Solche Arbeiten sind häufig entscheidend, um spätere Schäden durch eindringendes Wasser und Frost-Tau-Wechsel zu vermeiden.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Brückenbauwerken im Bereich des Kreuzes Chemnitz. Besonders genannt wird das sogenannte Überführungsbauwerk 90 Ü0. Dabei handelt es sich um die Brücke, die am Kreuz Chemnitz über die A4 verläuft und die Überfahrt auf die A72 in Fahrtrichtung Hof für den aus Dresden beziehungsweise Chemnitz kommenden Verkehr bildet. An diesem Bauwerk wird der Korrosionsschutz erneuert. Diese Arbeiten sind wichtig, um Stahl- und Betonbauteile langfristig vor Witterungseinflüssen und Streusalz zu schützen und damit die Tragfähigkeit und Nutzungsdauer der Konstruktion zu sichern.
Zusätzlich wird die Überfahrt von der A72 aus Richtung Hof kommend auf die A4 in Fahrtrichtung Dresden/Görlitz saniert. Damit betrifft die Maßnahme nicht nur die Hauptfahrbahn der A4, sondern auch mehrere Verbindungen im Autobahnkreuz, die für den regionalen und überregionalen Verkehr eine zentrale Rolle spielen.
Neue Verkehrsführung
Während der Bauzeit soll der Verkehr weiterhin leistungsfähig durch den Baustellenbereich geführt werden. Nach Angaben der Autobahn GmbH stehen sowohl in Fahrtrichtung Erfurt/Aachen als auch in Fahrtrichtung Dresden/Görlitz jederzeit zwei Fahrstreifen zur Verfügung. Dafür wird der Verkehr in beiden Richtungen gebündelt.
Diese Sperrungen sind von März bis November
Mit der Baumaßnahme sind mehrere Sperrungen einzelner Ab- und Auffahrten sowie einer Überfahrt im Kreuz Chemnitz verbunden. Die Autobahn GmbH benennt hierfür konkrete Zeiträume: Die Abfahrt der Anschlussstelle Limbach-Oberfrohna in Richtung Görlitz wird vom 4. März 2026 bis Ende April 2026 gesperrt. In dieser Zeit kann die Anschlussstelle Chemnitz-Röhrsdorf über die A72 genutzt werden.
Auch die Auffahrt der Anschlussstelle Limbach-Oberfrohna in Richtung Görlitz wird gesperrt, und zwar vom 4. März 2026 bis Mitte Juni 2026. Wer in Richtung Dresden/Görlitz auffahren will, soll stattdessen die Auffahrt in Fahrtrichtung Aachen nutzen und an der Anschlussstelle Wüstenbrand wenden, um anschließend wieder in Richtung Dresden/Görlitz zu gelangen.
Die Abfahrt der Anschlussstelle Chemnitz-Mitte wird für den aus Fahrtrichtung Erfurt/Aachen kommenden Verkehr vom 4. März 2026 bis Mitte November 2026 gesperrt. Die Umleitung führt ebenfalls zur Anschlussstelle Chemnitz-Röhrsdorf über die A72. Zusätzlich wird die Überfahrt für den von der A72 aus Richtung Leipzig kommenden Verkehr auf die A4 in Richtung Dresden/Görlitz vom 4. März 2026 bis Ende Oktober 2026 gesperrt. Auch hier wird der Verkehr zur Anschlussstelle Chemnitz-Röhrsdorf (A72) geleitet.
Kostenrahmen und Ausblick
Mit einem Volumen von rund 33,58 Millionen Euro brutto gehört die Maßnahme zu den größeren Erhaltungsprojekten auf der A4 im Raum Chemnitz. Für Pendler, Speditionen und den Fernverkehr dürfte vor allem die Dauer der Einschränkungen relevant sein: Die Arbeiten erstrecken sich über weite Teile des Jahres 2026.