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Aus Europas Archiven: Barocke Schätze erstmals in Zabeltitz

Aus Europas Archiven: Barocke Schätze erstmals in Zabeltitz
Wertvolle Schätze im Zabeltitzer Palais. Foto: Landesamt für Denkmalpflege
Von: Meißen News
Seltene Zeichnungen zeigen, wie groß Zabeltitz einst gedacht war. Viele Entwürfe blieben Vision – jetzt sind sie erstmals zu sehen.

Im Palais Zabeltitz ist am Freitag die Ausstellung „Barocke Planschätze in Zabeltitz“ eröffnet worden. Die Schau zeigt erstmals einen außergewöhnlichen Bestand historischer Architekturzeichnungen zur Entwicklung der barocken Anlage. Das teilten die Stadt Großenhain und das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen in einer gemeinsamen Medieninformation mit. Eröffnet wurde die Ausstellung von Oberbürgermeister Sven Mißbach im Beisein des Sächsischen Landeskonservators Alf Furkert.

Im Mittelpunkt stehen 65 Architekturzeichnungen aus dem 18. Jahrhundert, die erstmals aus vier Sammlungen zusammengeführt wurden. Die Exponate stammen aus der Plansammlung des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen, dem Privatarchiv des Prinzen Xaver in Troyes, dem Nationalarchiv Paris sowie dem Hauptstaatsarchiv Dresden. Sie dokumentieren sowohl realisierte Bauprojekte als auch zahlreiche nie umgesetzte Entwürfe für Palais, Altes Schloss und Gartenanlage.

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Zabeltitz hat die gleiche Bedeutung wie Moritzburg

Der Barockgarten Zabeltitz mit Palais und Altem Schloss zählt zu den bedeutendsten und am besten erhaltenen Beispielen sächsischer Bau- und Gartenkunst. In seiner geschichtlichen und künstlerischen Bedeutung wird er den Schlossanlagen Moritzburg und Großsedlitz gleichgestellt. Die Ausstellung zeichnet die Entwicklung der Anlage vom späten 16. Jahrhundert bis ins ausgehende 18. Jahrhundert nach.

Die Ursprünge reichen in die Zeit Kurfürst Christians I. zurück, der ein Jagdschloss errichten ließ. Anfang des 18. Jahrhunderts erhielt Zabeltitz seine prägende Gestalt, als die Anlage 1728 an August Christoph Reichsgraf von Wackerbarth überging. Unter der Leitung von Oberlandbaumeister Johann Christoph Knöffel entstand in kurzer Zeit eine barocke Gartenanlage von bemerkenswerter Geschlossenheit, die bis heute weitgehend erhalten ist. Spätere Erweiterungspläne, unter anderem aus der Zeit Augusts des Starken, wurden dagegen nicht realisiert.

Ein Enkel von August dem Starken baute viel neu

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die letzte Blütezeit der Anlage ab 1769 unter Prinz Xaver, einem Enkel Augusts des Starken. Von Frankreich aus ließ er umfangreiche Umbauprojekte planen und gestaltete den Garten nach seiner Rückkehr nach Sachsen teilweise im englischen Stil um. Die Zeichnungen geben zudem Einblick in das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben der Zeit – von Wirtschaftsgebäuden und Orangerien bis hin zu Spiel- und Festanlagen im Lustgarten.

Begleitend zur Ausstellung werden mehrere Vorträge angeboten. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist erforderlich. Die Ausstellung ist ab Sonntag, 10. Mai, im Palais Zabeltitz zu sehen. Geöffnet ist dienstags und donnerstags von 10:00 bis 12:00 Uhr und 13:00 bis 17:00 Uhr sowie am sonntags von 12:00 bis 17:00 Uhr. Der Eintritt kostet 2,00 Euro für Erwachsene, Kinder bis 14 Jahre erhalten freien Eintritt.

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