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Anklage: 29-Jähriger soll YouTuber und Polizisten am AfD-Parteitag in Riesa übergossen haben

Anklage: 29-Jähriger soll YouTuber und Polizisten am AfD-Parteitag in Riesa übergossen haben
Riesa fast lahmgelegt: Der AfD-Parteitag im Januar 2025 wurde von schweren Protesten begleitet. Foto: privat
Von: Meißen News
Dem Beschuldigten werden gefährliche Körperverletzung, tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte sowie Sachbeschädigung in zwei Fällen zur Last gelegt.

Die Staatsanwaltschaft Dresden hat Anklage gegen einen 29-jährigen Deutschen erhoben. Ihm wird vorgeworfen, am 11. Januar 2025 am Rande des AfD-Bundesparteitags in Riesa einen YouTuber und einen Polizisten mit einer grünen, öligen Flüssigkeit übergossen zu haben. Das Amtsgericht Riesa entscheidet nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens.

Dem Beschuldigten werden gefährliche Körperverletzung, tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte sowie Sachbeschädigung in zwei Fällen zur Last gelegt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft näherte er sich an dem Tag  gegen 11.50 Uhr auf der Bahnhofstraße von hinten einem 35-jährigen YouTuber, der von den Protestversammlungen um den Parteitag gestreamt hatte, und übergoss ihn mit der Substanz. Dem YouTuber sei anschließend übel geworden. Gleichzeitig sei ein 58-jähriger Polizeibeamter so stark getroffen worden, dass seine Einsatzkleidung durchtränkt wurde und die Flüssigkeit auf die Haut gelangte.

Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft und hat sich zu den Vorwürfen nicht geäußert. Ein Termin für eine mögliche Hauptverhandlung steht noch nicht fest.

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Hintergrund: Parteitag unter massivem Protest

Am 11. und 12. Januar 2025 tagte die AfD in der WT-Energiesysteme-Arena in Riesa. Tausende Gegendemonstranten – Veranstalter sprachen von bis zu 15.000, die Polizei von rund 10.000 – blockierten Zufahrtswege und verzögerten den Beginn um mehr als zwei Stunden. Die Polizei sicherte den Einsatz mit mehreren Tausend Beamten aus verschiedenen Bundesländern ab. Es kam zu Sitzblockaden, Räumungen, dem Einsatz von Pfefferspray und einzelnen gewaltsamen Auseinandersetzungen. Die Polizei registrierte Dutzende Straftaten; mehrere Beamte wurden verletzt.

Neben dem nun angeklagten Farbangriff sorgten weitere Vorfälle für öffentliche Debatten: der Vorwurf, ein niedersächsischer Beamter habe den Linken-Landtagsabgeordneten Nam Duy Nguyen geschlagen, sowie ein Video, auf dem ein Diensthundeführer seinen Hund gegen eine Demonstrantin drückte. Beide Ermittlungsverfahren gegen Polizisten stellte die Staatsanwaltschaft Dresden später ein. Sie sah jeweils keine hinreichend sichere Beweislage für eine Anklage.

Der Farbangriff auf den YouTuber war am Tattag bereits in Videos dokumentiert worden. Ein rechtsgerichteter Streamer mit dem Kanalnamen Weichreite.TV wurde demnach während der Berichterstattung mit Farbe getroffen. Die Anklage nennt den Geschädigten nicht namentlich. Ob die verwendete Substanz Farbe, Öl oder ein anderes Mittel war, wird das Gericht klären müssen. Entscheidend für die Vorwürfe ist nach Darstellung der Staatsanwaltschaft, dass die Flüssigkeit gesundheitliche Beschwerden auslöste und Dienstkleidung beschädigte.

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