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Albtraum Altersvorsorge: Wie eine Eigentumswohnung zum Dauerstreitfall wurde

Albtraum Altersvorsorge: Wie eine Eigentumswohnung zum Dauerstreitfall wurde
Nicht wirklich Altersvorsorge: Blick in die Wohnung in Dresden. Foto: privat
Von: Meißen News
Was als sichere Altersvorsorge gedacht war, entwickelte sich zu einer jahrelangen, sehr teuren Odyssee aus Feuchtigkeitsschäden, Gutachten und Gerichtsverfahren. Nach mehr als einem Jahrzehnt Kampf zieht ein Dresdner Eigentümer eine ernüchternde Bilanz.

Ein Meinungsbeitrag von Alexander Spata

Vor zwölf Jahren kaufte ich zur Altersvorsorge eine Vier-Raum-Eigentumswohnung im dritten Obergeschoss eines solide gebauten Gründerzeithauses in Dresden. Die Wohnung war damals vollständig unsaniert, lediglich die Medienleitungen waren bereits erneuert worden. Gemeinsam mit meiner Familie investierte ich viel Zeit, Arbeit und Geld, um die Wohnung in hochwertiger Eigenleistung zu sanieren.

Kurz bevor die Stuckarbeiten beginnen sollten, bemerkte ich plötzlich Wasserflecken an den frisch sanierten Rohrgeflechtdecken in zwei Wohnräumen. Da die Decken als Gemeinschaftseigentum gelten, informierte ich sofort die damals zuständige Hausverwaltung. Diese reagierte zunächst schnell und besichtigte den Schaden gemeinsam mit einem Klempner und einem Dachdecker.

Während der Klempner keine Schäden an den sichtbaren wasserführenden Leitungen feststellen konnte, entdeckte der Dachdecker Feuchtigkeit in einem Bereich des Daches, in dem sie aus bautechnischer Sicht eigentlich nicht vorhanden sein dürfte. Einige Tage später untersuchte er die Stelle erneut mithilfe einer Hebebühne. Nach dem Aufnehmen mehrerer Dachziegel stellte er Schäden an der Unterspannbahn sowie Feuchtigkeit im Drempelbereich fest. Die Risse wurden fachgerecht verschlossen und das Dach wieder eingedeckt.

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Die Hoffnung, die Ursache des Wassereinbruchs damit gefunden und beseitigt zu haben, währte jedoch nur kurz. Bereits am nächsten Tag musste ich feststellen, dass sich der Wasserfleck nahezu verdoppelt hatte, obwohl es zwischenzeitlich nicht einmal geregnet hatte.

Ab diesem Zeitpunkt wurde aus einem scheinbar gewöhnlichen Feuchtigkeitsschaden für mich ein Albtraum. Sämtliche von mir eingebrachten Lösungsvorschläge wurden nach meiner Wahrnehmung vom Mehrheitseigentümer entweder kategorisch zurückgewiesen oder durch aus meiner Sicht wenig zielführende Gegendarstellungen infrage gestellt. Aus den ursprünglich etwa 20 Zentimeter großen Wasserflecken entstanden im Laufe der Jahre zwei rund einen Quadratmeter große Deckenöffnungen. Dort entwickelten sich verschiedene Pilzkulturen, und seit etwa zwei Jahren wird der Schaden zusätzlich durch den Echten Hausschwamm verschärft.

Inzwischen waren zahlreiche Gutachter, Sachverständige und auch Mitarbeiter des Dresdner Denkmalschutzes vor Ort. Sie begutachteten und dokumentierten den schleichenden Verfall eines frisch sanierten Denkmals. Verständnis und Bedauern wurden mir vielfach entgegengebracht. Eine nachhaltige Lösung oder wirksame Hilfe blieb jedoch bis heute aus. 

Nach inzwischen mehr als elf Jahren Auseinandersetzungen vor Amts- und Landgerichten, zahlreichen Gutachten und einem Schaden von inzwischen weit über 100.000 Euro durch Gerichts- und Gutachterkosten, Mietausfälle sowie persönliche Aufwendungen bin ich zu einer ernüchternden Erkenntnis gelangt.

Aus meiner Sicht geraten kleine Immobilienbesitzer in Deutschland bei langwierigen Streitigkeiten schnell an ihre finanziellen, rechtlichen und persönlichen Grenzen. Was als solide Altersvorsorge gedacht war, entwickelte sich für mich zu einer jahrelangen Belastung mit erheblichen wirtschaftlichen und gesundheitlichen Folgen.

Meine Großeltern und Eltern haben mir - ein im Osten sozialisierter Mensch - einst beigebracht: „Sich regen bringt Segen.“ Da kann man einmal sehen, wie sehr sich doch die Zeiten geändert haben. Was vor vierzig Jahren noch zu Recht Gültigkeit besaß, ist bereits heute offensichtlich zum Höchstrisiko des Lebens mutiert. Mein persönlicher Rat an alle, die über den Kauf einer Immobilie zur Altersvorsorge nachdenken: Informieren Sie sich umfassend über mögliche Risiken und unterschätzen Sie nicht die Konflikte, die innerhalb einer Eigentümergemeinschaft entstehen können. Nutzen Sie Ihre Lebenszeit bewusst und wägen Sie Chancen und Risiken sorgfältig gegeneinander ab. Was als Traum von Sicherheit und Beständigkeit beginnt, kann unter ungünstigen Umständen zu einem belastenden Lebensabschnitt werden.

Ich wünsche Ihnen mehr Glück, als ich es in dieser Angelegenheit hatte. Vorbeugen ist besser als heilen.

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