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3300 Jahre alte Bronzeringe bei Wilschdorf entdeckt

3300 Jahre alte Bronzeringe bei Wilschdorf entdeckt
Bevor die Ringe geborgen werden, werden sie sorgfältig freigelegt, eingemessen und fotografiert. Foto: Landesamt für Archäologie Sachsen
Von: Meißen News
Ein ehrenamtlicher Sondengänger hat in der Nähe von Dresden ein Depot aus der späten Bronzezeit entdeckt. Die sechs gerippten Ringe geben neue Einblicke in die damalige Lebensweise.

Nahe Dresden ist ein außergewöhnlicher archäologischer Fund gemacht worden: An der Stadtgrenze im Ortsteil Wilschdorf entdeckte ein ehrenamtlicher Sondengänger ein rund 3300 Jahre altes Ringdepot aus der späten Bronzezeit. Das teilte das Landesamt für Archäologie Sachsen mit. Der Fund wird auf die Zeit zwischen 1300 und 1100 vor Christus datiert.

Das Depot besteht aus insgesamt sechs Bronzeringen sowie einem Ringfragment mit einem Gesamtgewicht von über 800 Gramm. Die kunstvoll gefertigten Stücke lassen sich anhand ihrer Form und Verzierung genauer bestimmen: Zwei der Objekte sind sogenannte tordierte Armringe – also verdrehte Schmuckstücke mit verzierten Enden –, während es sich bei den übrigen um offene, schräg gerippte Beinringe handelt. Vergleichbare Funde sind aus weiten Teilen Mitteleuropas bekannt und galten in der Bronzezeit als Zeichen von Wohlstand und sozialem Status.

Nach Einschätzung des Landesamt für Archäologie Sachsen handelt es sich um einen typischen Depotfund, der bewusst im Boden niedergelegt wurde. Solche Funde geben Forschern bis heute Rätsel auf. Es wird davon ausgegangen, dass es sich nicht um versteckte Wertgegenstände aus Krisenzeiten handelt, sondern vielmehr um rituelle Niederlegungen – möglicherweise als Opfergaben an Gottheiten oder im Rahmen kultischer Handlungen.

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Der Fund fügt sich in ein größeres Bild ein: In der Bronzezeit entwickelten sich mit dem Wissen um Metallverarbeitung und Handelswege neue Machtstrukturen. Zahlreiche ähnliche Depots in Mitteleuropa deuten darauf hin, dass solche Niederlegungen festen Regeln folgten und eine wichtige Rolle im gesellschaftlichen und religiösen Leben spielten.

Besonders hervorgehoben wurde das Verhalten des Finders: Der zertifizierte Sondengänger meldete den Fund umgehend und ließ die Objekte im Boden. Fachleute des Landesamt für Archäologie Sachsen konnten die Stücke daraufhin professionell bergen. Aktuell werden die Funde wissenschaftlich untersucht, gereinigt und restauriert.

„Dieser Fund bietet eine wertvolle Gelegenheit, unser Verständnis der Bronzezeit in Sachsen weiter zu vertiefen“, erklärte Landesarchäologin Regina Smolnik. Ziel sei es, die neuen Erkenntnisse in den Kontext bereits bekannter Funde einzuordnen und so das Bild dieser bedeutenden Epoche weiter zu vervollständigen.

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