Während Verlage reihenweise Print-Titel einstellen, wagt eine Erotik-Plattform den umgekehrten Weg. Der „BestFans Insider" erscheint seit Juni als Quartalsheft – und soll ausdrücklich mehr sein als ein Marketing-Gag.
Die Nachricht klingt zunächst wie aus der Zeit gefallen: Eine digitale Plattform, deren Geschäftsmodell vollständig im Netz stattfindet, bringt ein gedrucktes Magazin an den Kiosk. Seit dem 11. Juni ist der „BestFans Insider" im Handel erhältlich, herausgegeben von der Creator-Plattform BestFans. Vier Ausgaben pro Jahr sind geplant – in einer Branche, die seit über einem Jahrzehnt fast ausschließlich Meldungen über sinkende Auflagen, eingestellte Titel und geschlossene Redaktionen produziert.
Der Zeitpunkt wirkt paradox. Publikumszeitschriften verlieren seit Jahren kontinuierlich an verkaufter Auflage, Verlage verlagern ihre Budgets in digitale Kanäle, und selbst traditionsreiche Titel verschwinden vom Markt oder existieren nur noch als Online-Ableger weiter. Ausgerechnet jetzt in Papier zu investieren, erscheint auf den ersten Blick wie eine Wette gegen den Markt.