Wenn Prof. Dr. Michael Grisko am 1. April sein neues Büro in der Sächsischen Akademie der Künste betritt, übernimmt er nicht nur eine traditionsreiche Institution, sondern eine Aufgabe, die größer ist als jeder Titel. Der 55-jährige Literatur- und Medienwissenschaftler, der in Kassel geboren wurde und über Stationen in Erfurt und Braunschweig zu einem der versiertesten Kulturmanager seiner Generation wurde, tritt die Nachfolge von Dr. Klaus Michael an — einem Mann, der die Akademie fast drei Jahrzehnte lang geprägt hat.
Die Übergabe wirkt beinahe symbolisch: Während Michael den Raum verlässt, beginnt Grisko, die ersten Unterlagen zu sortieren. Zwischen den Papieren liegen nicht nur Termine und Projekte, sondern auch die Spuren einer Institution, die sich im 30. Jahr ihres Bestehens neu behaupten muss. „Ich freue mich darauf, … Impulse bei den anstehenden Debatten zur Gestaltung einer lebendigen Kunst- und Kulturlandschaft zu geben“, sagt Grisko. Doch die Realität, die ihn erwartet, ist komplexer als jede Debatte.