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Handel im Wandel: Ausstellungseröffnung im Johann-Raschke-Haus Niesky

Handel im Wandel: Ausstellungseröffnung im Johann-Raschke-Haus Niesky
Ladengeschäft der Firma Riis & Co. in Niesky / Foto: Sammlung Museum Niesky
Von: Uwe Tschirner
Das Museum Niesky eröffnet am Freitag im Johann-Raschke-Haus die neue Ausstellung „Handel im Wandel“. Historische Fotografien erzählen von der Entwicklung Nieskys zur Einkaufsstadt.

Historische Fotos erzählen von Nieskys Einkaufsgeschichte

Mit der neuen Ausstellung „Handel im Wandel“ nimmt das Stadtmuseum Niesky Besucherinnen und Besucher mit auf einen historischen Einkaufsbummel durch die Stadt. Im Mittelpunkt stehen historische Fotografien, die Episoden aus der Geschichte Nieskyer Geschäfte zeigen und zugleich die Entwicklung des Ortes zur Einkaufsstadt in unterschiedlichen gesellschaftlichen Epochen nachzeichnen.

Die Ausstellung macht deutlich, wie eng Handel, Handwerk und Stadtentwicklung in Niesky miteinander verbunden waren. Schon die 1742 gegründete Siedlung der Herrnhuter Brüdergemeine entwickelte sich schnell zu einem wichtigen Gewerbe- und Marktzentrum. Handwerker und Kaufleute prägten das Stadtbild und machten Niesky auch für die Bewohnerinnen und Bewohner der umliegenden Dörfer zu einem Anziehungspunkt.

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Vom Marktzentrum zur Einkaufsstadt

Anfangs regulierte die Brüdergemeine die Ansiedlung von Betrieben und Geschäften sehr genau, um Konkurrenz innerhalb derselben Gewerke zu vermeiden. Viele Handwerker und nicht der Brüdergemeine angehörende Arbeiter ließen sich deshalb in den Vororten nieder. Mit dem schnellen Wachstum des ortsansässigen Industrieunternehmens Christoph & Unmack stiegen die Einwohnerzahlen von Neuhof, Neusärichen und Neuödernitz rasch an.

Mit der Industrialisierung veränderte sich auch der Alltag der Menschen. Immer mehr Familien waren auf den stationären Einzelhandel angewiesen, weil Selbstversorgung und Wochenmärkte an Bedeutung verloren. Bäcker, Fleischer und zahlreiche kleine Ladengeschäfte prägten fortan die Straßen. Schneider, Schuhmacher, Seifensieder oder Uhrmacher verkauften ihre Waren zunehmend in separaten Verkaufsläden.

Wandel im 20. Jahrhundert und nach der Wiedervereinigung

Zu den typischen Geschäftsformen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts gehörten die Kolonialwarenläden. Sie boten neben heimischen Grundnahrungsmitteln auch Produkte aus Übersee wie Kaffee, Tee oder Schokolade an und gelten als Vorläufer der heutigen Supermärkte. Schon um die Jahrhundertwende schlossen sich einige Händler zu Konsumvereinen zusammen, um Waren gemeinsam preiswerter anzubieten.

Nach 1945 erlebte der Einzelhandel tiefe Einschnitte. In der DDR prägten Konsumgenossenschaft und Handelsorganisation das Stadtbild, während private Läden zunehmend benachteiligt wurden. Nach der Wiedervereinigung 1990 blühten Handel und Gewerbe zunächst wieder auf. Gleichzeitig entstanden neue Einkaufs- und Gewerbezentren, in denen sich große Supermarktketten ansiedelten.

In den vergangenen beiden Jahrzehnten hat die Konkurrenz durch große Märkte und das Internet jedoch dazu geführt, dass viele Geschäfte aus der Innenstadt verschwanden. Heute stehen im Stadtzentrum etliche Ladenlokale leer, andere werden von Gesundheits- und Dienstleistungsanbietern, Versicherungen, Vereinen und Institutionen genutzt.

Eröffnung im Johann-Raschke-Haus

Die Ausstellung „Handel im Wandel“ wird am Freitag, dem 10. Juli 2026, ab 17 Uhr im Johann-Raschke-Haus eröffnet. Das Museum Niesky lädt alle Interessierten herzlich ein, die Stadtgeschichte über den Wandel des Handels neu zu entdecken.

Für Fragen und Hinweise steht das Team des Museums Niesky gern zur Verfügung.

Uwe Tschirner
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Uwe Tschirner

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