Als die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung (OAZ) am Freitag, dem 20. Februar 2026, erstmals erschien, war es mehr als nur ein Medienstart: Es war ein Moment, der sofort Strahlkraft über den Boulevard hinaus entwickelte. Die neue Zeitung will – so Verleger Holger Friedrich – „ein Leitmedium für Ostdeutschland“ sein und Stimmen aus den östlichen Bundesländern stärker in den gesamtdeutschen Diskurs einbringen. Die Erstausgabe mit dem Titel „Vorsicht, Freiheit“ erschien mit einer Auflage von rund 43.000 Exemplaren und wurde vielerorts bereits am Wochenende verkauft – teils restlos ausverkauft, etwa in Bahnhofsbuchhandlungen in Dresden und Leipzig.
Was in dieser Resonanz steckt, zeigte sich am Wochenende als ambivalentes Echo in der öffentlichen Debatte. Die einen sahen im Auftakt ein längst überfälliges Projekt: Ein Medium, das Repräsentationslücken schließt, ostdeutsche Perspektiven sichtbar macht und einen Diskurs auf Augenhöhe mitgestalten will. In Leserkommentaren und Beurteilungen hieß es, ein eigenes ostdeutsches Leitmedium sei „so wichtig wie seit 1989 nicht mehr“ – ein Befund, der an die oft beklagte Dominanz westdeutscher Pressestrukturen erinnert.