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Was ab Montag in Dresden auf der Güntzstraße passiert

Blick auf die Güntzstraße in Dresden mit bereits aufgestellten weißen Baustellenzäunen entlang der Straßenbahngleise. Ein schwarzes Auto fährt auf der verbleibenden Spur, gesäumt von grünen Bäumen.
Die Vorbereitungen laufen: Auf der Güntzstraße stehen bereits Absperrgitter für die sechswöchige DVB-Großbaustelle ab Montag. Nach dem Carolabrücken-Einsturz wird das marode Gleisnetz hier für 3,3 Millionen Euro runderneuert. Foto: CdH
Von: Dresden News
Eigentlich sollten die Gleise auf der Güntzstraße noch Jahre halten - bis der Einsturz der Carolabrücke den Verkehr umleitete und die Strecke unter der zusätzlichen Last regelrecht verschliss. Ab Montag ziehen die Linien 8 und 13 über den Fetscherplatz, während die DVB in den Ferien repariert, was nicht länger warten kann.

Dresden. Auf einem fast 300 Meter langen Stück der Güntzstraße kriechen die Straßenbahnen derzeit im Schritttempo: Nur noch 10 Kilometer pro Stunde erlauben die Sicherheitsvorgaben, und was die Bahn ausbremst, staut auch den Verkehr dahinter. Damit ist ab Montag Schluss - allerdings für den Preis einer sechswöchigen Umleitung.

Von Montag (6. Juli), 4 Uhr, bis Dienstag (11. August), 3 Uhr, rollen die Linien 8 und 13 zwischen Sachsenallee und Straßburger Platz nicht mehr über die Güntzstraße, sondern in beiden Richtungen über einen Bogen: via Blasewitzer Straße, Fetscherstraße und Fetscherplatz. Die Haltestelle „Dürerstraße" fällt in dieser Zeit weg; zur Station „St. Benno-Gymnasium" kommt man mit der Buslinie 62.

Kartenausschnitt des DVB-Liniennetzes in Dresden. Die Linien 8 und 13 werden wegen Bauarbeiten auf der Güntzstraße über die Blasewitzer Straße und Fetscherstraße umgeleitet. Die Haltestelle Dürerstraße ist mit einem roten Kreuz als ausfallend markiert.
Stau-Frust in Dresden: Nach dem Carolabrücken-Einsturz ist die Güntzstraße marode. Ab Montag rollen die DVB-Linien 8 und 13 für sechs Wochen über diese Umleitung. Grafik: DVB

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Wie der Carolabrücken-Einsturz die Güntzstraße ruinierte

Der eigentliche Grund für die Eile reicht Monate zurück. Ursprünglich sollten Gleise und Leitungen erst beim geplanten grundhaften Ausbau der Strecke erneuert werden - irgendwann. Dann stürzte die Carolabrücke ein, und die Güntzstraße musste plötzlich den umgeleiteten Auto-, Lkw- und Straßenbahnverkehr mitschultern. Unter dieser Last verschlechterte sich der Zustand von Gleis und Fahrbahn rasant, auch die unterirdische Entwässerung ist vielerorts reparaturbedürftig.

Die Folgen spürt der Betrieb täglich: Jede Bahn braucht pro Richtung zwei Minuten länger, was ungeplante Kosten verursacht. Verschlechtert sich der Gleiszustand weiter, droht sogar die vorübergehende Einstellung des Straßenbahnverkehrs. Deshalb greifen DVB und Stadtentwässerung Dresden mit Zustimmung der Stadt jetzt zu und beheben die schlimmsten Schäden - bewusst in der verkehrsärmeren Ferienzeit.

1.489 Meter neues Gleis für 3,3 Millionen Euro

Der Umfang der Arbeiten ist beträchtlich: Rund 1.489 Meter Einfachgleis tauschen die DVB aus und asphaltieren anschließend etwa 4.300 Quadratmeter Fahrbahndecke neu. Die meisten Schwellen bleiben erhalten, nur 181 müssen im Bereich alter Schächte ausgebaut oder gekürzt werden. Dazu kommen eine instandgesetzte Weiche am Güntzplatz, drei neue Fahrleitungsmasten und Reparaturen an den Abwasserleitungen unter der Straße. Unterm Strich summiert sich das auf rund 3,3 Millionen Euro, die sich DVB und Stadtentwässerung teilen.

Autofahrer kommen durch - aber nur in eine Richtung

Für den Autoverkehr bleibt die Güntzstraße trotz allem befahrbar: Voll gesperrt wird sie nie, wechselnde Baufelder halten stets eine Richtung offen. Vom Straßburger Platz geht es immer bis zur Kreuzung Striesener Straße; wer weiter zur Sachsenallee will, folgt der Umleitung über Striesener Straße, Hans-Grundig-Straße und Gerokstraße. In der Gegenrichtung ist die Strecke von der Sachsenallee bis zur Pillnitzer Straße frei, danach leitet die Beschilderung über Pillnitzer Straße, Rathenauplatz, St. Petersburger Straße und Grunaer Straße. Wer die Ecke kennt, plant für die nächsten sechs Wochen also besser ein paar Minuten mehr ein.

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