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Schluss mit der Rüttelpiste: Stauffenbergallee in Dresden bald wieder frei

Dresdens Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn und Amtsleiterin Simone Prüfer stehen lächelnd hinter einer Baustellenabsperrung mit gelben Warnleuchten an der Stauffenbergallee.
Mehr als ein „VW Golf“: Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn und Amtsleiterin Simone Prüfer vor Ort an der Stauffenbergallee. Trotz einer Kostensteigerung auf 4,5 Millionen Euro zeigen sie sich mit dem Ergebnis der Straßenbahnsanierung zufrieden. Foto: CdH
Von: Cornelius de Haas
Zwei Jahre Baustelle, sieben Monate Verzögerung, 1,6 Millionen Euro mehr als geplant: Ende Juni soll die Stauffenbergallee endlich wieder vollständig befahrbar sein.

Dresden. Nach gut zwei Jahren Bauzeit soll der westliche Abschnitt der Stauffenbergallee zwischen Rudolf-Leonhard-Straße und Hammerweg Ende Juni 2026 wieder auf voller Breite befahrbar sein - rund sieben Monate später als ursprünglich geplant. Begonnen hatten die Arbeiten im Mai 2024. Auf rund 1,5 Kilometern ersetzte die Stadt das großformatige Granitpflaster durch Asphalt. Für Anwohner bedeutet das vor allem eines: weniger Lärm.

Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn brachte den Zustand der Straße bei einem Pressetermin am Mittwoch auf den Punkt: „Lange Jahre war die Stauffenbergallee die Stoßdämpfer-Teststrecke Nummer 1 in Dresden. Das ist nun vorbei." Über einen solchen Autobahnzubringer habe man sich als Besucher der Stadt nur wundern können - das sei keine gute Visitenkarte für Dresden gewesen.

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Neue Rad- und Gehwege sowie Querungshilfen an der Stauffenbergallee

Neben der Fahrbahn entstanden neue Gehwege sowie ein gemeinsamer Geh- und Radweg auf der Südseite. Entlang der nördlichen Fahrbahn wurde zusätzlich ein Radfahrschutzstreifen angelegt. Bis Ende Juni kommen drei weitere Querungshilfen mit neuer Straßenbeleuchtung hinzu - in Höhe der Polizei, am Reiterberg sowie an der Treppenanlage zur Hartmut-Dost-Straße. Damit setzt die Stadt drei Maßnahmen ihrer Fußverkehrsstrategie um.

Die frisch asphaltierte Stauffenbergallee in Dresden mit Baustellenabsperrungen, Verkehrsschildern und einer historischen Steinmauer auf der rechten Seite.
Freie Fahrt in Sicht: Der westliche Abschnitt der Stauffenbergallee in Dresden erhält nach rund zwei Jahren Bauzeit flüsterleisen Asphalt statt holprigem Granitpflaster. Ende Juni 2026 soll die Strecke komplett freigegeben werden. Foto: CdH

27 Spitzahorn-Bäume wurden entlang der Strecke gepflanzt. Der Bau der Radverkehrsanlagen wurde vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr mit rund einer Million Euro gefördert. Die Bauarbeiten führte die Firma Teichmann Bau aus.

Stauffenbergallee Dresden: Warum die Sanierung 4,5 Millionen Euro kostete

Die ursprünglich veranschlagten 2,9 Millionen Euro reichten nicht aus - die Gesamtkosten stiegen auf rund 4,5 Millionen Euro, ein Plus von rund 55 Prozent. Amtsleiterin Simone Prüfer erklärte, man habe am Ende mehr gemacht als ursprünglich gedacht. Im Kreuzungsbereich Stauffenbergallee/Hammerweg wichen Lage und Tiefe vorhandener Leitungen von den Plänen ab, sodass umfangreiche Umplanungen nötig wurden. Zudem erwies sich der Unterbau der Fahrbahn nach dem Aufbruch als uneinheitlich. Hinzu kamen allgemeine Kostensteigerungen im Baubereich.

Warum auf eine grundhafte Sanierung verzichtet habe, erklärte Kühn mit einem ungewöhnlichen Vergleich: Man könne nicht überall einen Benz bauen. Angesichts der Dringlichkeit, der finanziellen Lage der Stadt und der vielen anderen Großprojekte sei aber mehr als ein VW Golf dabei herausgekommen.

Radweg Radeburger Straße und Olbrichtplatz: Wann kommt die Verlängerung?

Für Radfahrer bleibt die Stauffenbergallee dennoch in zwei Punkten unvollständig. Eine Verlängerung des Radwegs Richtung Radeburger Straße bedürfe eines grundhaften Ausbaus, so Kühn - angesichts laufender Großprojekte und der Haushaltslage der Stadt sei damit erst mittelfristig zu rechnen.

Noch weiter weg ist der Radweg von der Rudolf-Leonhard-Straße in Richtung Elbe. Der solle erst kommen, wenn die Bahn nach der Sanierung der Königsbrücker Straße ihre Behelfsbrücke im Zuge des Neubaus des Haltepunkts Olbrichtplatz ersetzt habe, erläuterte Kühn. Da am Olbrichtplatz Kühn zufolge frühestens 2029 mit Bauarbeiten zu rechnen sei, dürften Radfahrer auf diesem Abschnitt noch mehrere Jahre auf eine Verbesserung warten.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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