Feuerwehr Dresden warnt vor unterschätzter Baumgefahr
Dresden. Ein Meter Stammdurchmesser, quer über Fahrbahn und Gehweg, mitten hinein in zwei geparkte Autos: Was die Feuerwehr am Dienstagmittag auf der Wiesbadener Straße in Löbtau-Süd vorfand, führt drastisch vor Augen, wovor die Einsatzkräfte nun ausdrücklich warnen. Bäume gehören zum Dresdner Stadtbild - können aber schnell zur Gefahr werden.
Kastanie begräbt Audi und Renault
Gegen 12.42 Uhr war ein großer Kastanienbaum auf einen Audi und einen Renault gestürzt. Beide Fahrzeuge wurden erheblich beschädigt, auch ein Grundstückszaun bekam etwas ab. Verletzt wurde niemand. Die Einsatzkräfte sicherten die Stelle, setzten den Baum mithilfe eines Rüstwagens mit Kran teilweise um und befreiten anschließend Fahrzeuge und Gehweg von Ästen und Baumteilen.
Damit war der Einsatz noch nicht beendet: Auf demselben Grundstück standen zwei weitere Bäume, von denen ebenfalls Gefahr ausging. Ein hinzugezogenes Baumserviceunternehmen übernahm die weiteren Arbeiten. Bis alle Gefahren beseitigt sind, bleibt die Wiesbadener Straße gesperrt - der Einsatz am Dienstag zog sich bis 16.25 Uhr. Zehn Kräfte der Wachen Löbtau und Albertstadt waren im Einsatz.
Bäume sorgen regelmäßig für Einsätze
Der Fall ist kein Einzelfall. Allein im Juni rückte die Feuerwehr 41-mal wegen Bäumen aus, im Juli 25-mal, im August bis zu diesem Tag bereits neunmal. Gefährlich ist dabei, dass Schäden oft nicht von außen erkennbar sind: Trockenheit, Sturm, Starkregen, Krankheiten oder Schäden im Wurzelbereich können die Standfestigkeit untergraben, ohne dass man es dem Baum ansieht. Regelmäßige fachgerechte Kontrolle und Pflege, so die Feuerwehr, helfe, solche Gefahren früh zu erkennen.
Die Einsatzkräfte bitten Bürgerinnen und Bürger, beschädigte oder auffällig geneigte Bäume sowie Bereiche mit herabgebrochenen Ästen möglichst zu meiden. Wer eine unmittelbare Gefahr für Menschen oder Sachwerte bemerkt, sollte die Feuerwehr über den Notruf 112 verständigen.