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Dresdner Grundstücksmarkt stabilisiert sich – aber das Fundament bleibt schwach

Panorama der Dresdner Altstadt mit der markanten Kuppel der Frauenkirche und umliegenden Wohn- und Geschäftshäusern mit roten Ziegeldächern.
Gefragtes Pflaster: In der Dresdner Innenstadt rund um die Frauenkirche und den Altmarkt erreichen die Bodenrichtwerte laut aktuellem Marktbericht 2026 Spitzenwerte von bis zu 4.900 Euro pro Quadratmeter. Foto: pixabay
Von: Cornelius de Haas
Nach dem Einbruch wächst der Markt erneut. Vor allem Eigentumswohnungen treiben die Entwicklung.

Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte hat am Donnerstag die neuen Bodenrichtwerte für Dresden zum Stichtag 1. Januar 2026 veröffentlicht und gleichzeitig den Grundstücksmarktbericht 2026 vorgestellt. 5.080 Immobilien wechselten 2025 den Besitzer – das zweite Anstiegsjahr in Folge, nach dem Einbruch auf rund 4.200 Transaktionen 2023. Der Gesamtumsatz lag bei knapp 1,92 Milliarden Euro, nominal weniger als 2024, weil die teuren Segmente weiter schwächeln.

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Eigentumswohnungen machen 77 Prozent aller Verkäufe aus

Rund 3.910 Eigentumswohnungen wechselten 2025 den Besitzer, 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Noch deutlicher fiel der Zuwachs im Neubaubereich aus: Die Erstverkäufe neu errichteter Wohnungen stiegen von 214 auf 373, ein Plus von rund 75 Prozent. Der Durchschnittspreis lag bei 6.460 Euro pro Quadratmeter, elf Prozent über dem Vorjahreswert. Diese Entwicklung geht primär auf Eigennutzer zurück, die den Markt belebt haben. Kapitalanleger zahlten hingegen weitgehend die gleichen Preise wie im Vorjahr. Citymakler-dresden Weiterverkäufe älterer Eigentumswohnungen erzielten im Schnitt 2.710 Euro pro Quadratmeter, rund fünf Prozent mehr als 2024.

Einfamilienhäuser: 495.000 Euro im Schnitt, Bauland knapp

Wer in Dresden ein freistehendes Einfamilienhaus kaufte, zahlte 2025 im Durchschnitt 495.000 Euro – bei rund 130 Quadratmetern Wohnfläche. Ab 1992 errichtete freistehende Einfamilienhäuser wurden dabei für durchschnittlich 4.470 Euro pro Quadratmeter gehandelt. Dresden Das Angebot an Grundstücken ist knapp geblieben: Nur 207 Baulandverkäufe wurden registriert, mit einem Gesamtumsatz von 82 Millionen Euro. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für ein Baugrundstück lag bei 360 Euro (Vorjahr: 320 Euro), die mittlere Grundstücksgröße bei 810 Quadratmetern.

Bodenrichtwerte steigen um zwei bis drei Prozent

Die neuen Bodenrichtwerte steigen im individuellen Wohnungsbau und im Geschossbereich um durchschnittlich zwei Prozent, bei Gewerbe um drei Prozent. Rund die Hälfte aller Zonen wurde unverändert fortgeschrieben – nicht als Stabilitätssignal, sondern weil die Zahl tatsächlicher Grundstücksverkäufe für eine Neuberechnung zu gering war. Nur sehr wenige Zonen weisen sinkende Werte aus.

Die stärksten prozentualen Zuwächse verzeichnen freistehende Einfamilienhäuser in einfacher und mittlerer Wohnlage. Damit setzt sich ein Muster fort, das seit Jahren zu beobachten ist: Die Preisdynamik wandert in Lagen, die bislang vergleichsweise günstig waren. In der Innenstadt werden die höchsten Werte ausgewiesen – am Altmarkt bis zu 4.900 Euro pro Quadratmeter, an der Prager Straße 4.100 Euro, in der Neustadt 2.500 Euro. Sehr gute Wohnlagen für Einfamilienhäuser kommen auf 500 bis 660 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche.

Im Gewerbesegment stiegen die Werte am stärksten im Dresdner Norden – dem Bereich rund um Klotzsche, wo der Ausbau der Halbleiterindustrie um Infineon und TSMC die Flächennachfrage seit Jahren antreibt.

Gutachterausschusspräsidentin Töpfer: "Anstieg seit 2023"

Klara Töpfer, Vorsitzende des Gutachterausschusses, sagte bei der Vorstellung des Berichts: „Das Jahr 2025 war von einer weiteren Stabilisierung des Dresdner Immobilienmarktes geprägt. Der Trend zeigt aktuell, dass es einen Anstieg seit 2023 gibt." Den Vergleich mit anderen Großstädten zieht der Bericht selbst: Daten des Deutschen Städtetags für Bremen, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt, Leipzig und Stuttgart zeigen, dass Dresden sich im Mittelfeld bewegt – weder als Ausreißer nach oben noch nach unten.

Die Wohnungspreise in Dresden sind in 2026 im Vergleich zum Vorjahr um rund 1,3 Prozent gestiegen, die Entwicklung über fünf Jahre beträgt plus zehn Prozent. Immowelt

Marktbericht ab sofort kostenlos

Eine Neuerung betrifft den Zugang zu den Daten selbst: Der Grundstücksmarktbericht 2026 ist erstmals kostenfrei online abrufbar. Grundlage ist eine Änderung der Gutachterausschusskostensatzung zum 1. Januar 2026, die die bisherige Schutzgebühr abschafft. Töpfer begründete das mit dem Ziel eines niedrigschwelligen Zugangs für Bürger, Banken und Verwaltungen. Die Bodenrichtwerte sind weiterhin unter stadtplan.dresden.de, bei BORIS Sachsen (boris.sachsen.de) und bundesweit über bodenrichtwerte-boris.de einsehbar. Schriftliche Auskünfte bleiben kostenpflichtig.

Der vollständige Grundstücksmarktbericht 2026 ist abrufbar unter www.dresden.de/gutachterausschuss.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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