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Dresdens größte Skateanlage wird umgebaut – monatelange Sperrung ab Montag

Dresdens größte Skateanlage wird umgebaut – monatelange Sperrung ab Montag
So sieht der Entwurf für die neue Skate-Anlage an der Lingnerallee aus. Visualisierung: DSGN CONCEPTS
Von: Dresden News
In Dresden beginnt am 9. März 2026 der Umbau der Skate-Anlage Lingnerallee. Bis Herbst 2026 bleibt sie gesperrt. Geplant sind neue Elemente und mehr Platz für Einsteiger.

Dresden startet in eine neue Bauphase für eine der bekanntesten Rollsport-Flächen der Stadt: Am Montag, 9. März 2026, beginnen die Arbeiten zur Umgestaltung der Skate-Anlage an der Lingnerallee in der Innenstadt. Bis Herbst 2026 ist die Nutzung dadruch komplett ausgeschlossen. Die Stadt reagiert damit auf deutliche Verschleißspuren nach rund zwei Jahrzehnten intensiver Nutzung – und auf Erkenntnisse, dass nicht alle 2005 umgesetzten Lösungen im Alltag überzeugt haben.

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Baustart am 9. März 2026 – Anlage bis Herbst 2026 gesperrt

Mit dem offiziellen Baustart am 9. März 2026 wird der bisherige Betrieb der Anlage vorerst beendet. Während der Umgestaltung ist kein Befahren möglich, auch nicht eingeschränkt oder abschnittsweise. Wer in dieser Zeit weiter rollen möchte, soll auf andere Anlagen im Stadtgebiet ausweichen – genannt werden unter anderem Spots am Binzer Weg in Klotzsche, an der Gamigstraße in Prohlis sowie an der Freiberger Straße im Weißeritzgrünzug. Für viele Nutzerinnen und Nutzer bedeutet die Sperrung eine längere Umstellung, denn die Lingnerallee gilt als wichtiger Treffpunkt für verschiedene Szenen und Altersgruppen.

Warum der Umbau nötig ist: Verschleiß, Risse und unpraktische Abstände

Nach Angaben der Stadt zeigen sich an der Betonanlage teils starke Abnutzungen. Insbesondere abgesenkte Flats haben Stolperkanten entstehen lassen. Hinzu kommen Risse im Beton sowie Ausbrüche an Fugen – typische Schäden bei hoher Beanspruchung und Alterung. Neben dem baulichen Zustand wird auch die ursprüngliche Konzeption überprüft: Einige Abstände zwischen Elementen hätten größer sein müssen, andere Bauteile seien im Nachhinein zu hoch oder zu niedrig ausgefallen. Einzelne Elemente wurden laut Stadt sogar kaum oder gar nicht befahren, was bei der Neugestaltung berücksichtigt werden soll.

Neue Planung: Moderne Elemente und Fahrwege für mehrere Levels

Der Umbau erfolgt auf derselben Fläche und mit einer ähnlichen Flächenaufteilung, wobei vor allem der in Richtung Großer Garten gelegene Betonbereich grundlegend neu gestaltet wird. Geplant ist ein System urbaner Skate-Elemente aus Ortbeton. Entstehen soll eine Mischung aus organisch radialen Elementen (Quarters) und schrägen Rampen (Banks), ergänzt durch Ledges (Mauern), Rails (Geländer) und Curbs (Blöcke). Ziel ist es, Fahrwege in mehreren Schwierigkeitsgraden zu schaffen – damit sowohl Fortgeschrittene als auch Einsteiger passende Lines finden und sich weniger in die Quere kommen.

Zusätzlich wird die Asphaltfläche um einen kleinen Bereich an der Miniramp erweitert. Damit sollen Bewegungsräume besser verteilt und das gleichzeitige Nutzen durch viele Akteure erleichtert werden. Gerade Personen, die ihre ersten Schritte auf Inlineskates oder dem Skateboard wagen, sollen mehr Platz erhalten. Nach Abschluss der Arbeiten soll die Anlage wieder mit nahezu allen rollenden Sportgeräten nutzbar sein: Neben Skateboardern sind Inlineskater, BMX- und Scooter-Fahrer sowie auch Rollstuhlfahrer ausdrücklich mitgedacht.

Stimmen aus dem Rathaus: Anlage als Treffpunkt und klimatisch mitgedacht

Eva Jähnigen, Beigeordnete für Umwelt und Klima, Recht und Ordnung, beschreibt das Vorhaben als Modernisierung der bedeutendsten Skate-Anlage für Dresden und Umgebung. Die neue Anlage solle sich noch stärker an den Wünschen der Nutzenden orientieren und neben dem sportlichen Aspekt auch als Treffpunkt für Jung und Alt funktionieren. Zugleich verweist die Stadt darauf, dass die Planung bereits auf eine spätere Offenlegung des Kaitzbaches abgestimmt ist. Nach mittelfristiger Umsetzung dieser Maßnahme könnte das Stadtklima im Bereich der Lingnerallee durch zusätzliche Beschattung und Kühlung profitieren.

Beteiligung der Szene: Prozess von 2024 bis 2025

Damit die Umgestaltung nicht am Bedarf vorbeigeht, wurde ein Beteiligungsprozess durchgeführt. Zwischen Juni 2024 und März 2025 gab es zwei Veranstaltungen, bei denen sich zahlreiche Rollsportlerinnen und Rollsportler aktiv eingebracht haben. Die Rückmeldungen fließen nach Angaben der Stadt in die Elementauswahl und die Anordnung ein. Der Anspruch: Weniger tote Ecken, sinnvollere Abstände, besser nutzbare Höhen und eine insgesamt flüssigere Anlage, die auch bei hoher Auslastung funktioniert.

Kosten und Förderung: 800.000 Euro, davon 70 Prozent Fördermittel

Finanziert wird das Projekt über mehrere Quellen. Die Skate-Anlage Lingnerallee liegt im Fördergebiet „Dresden Johannstadt/Pirnaische Vorstadt“ und ist Teil des Programms „Nachhaltige integrierte Stadtentwicklung (NiSE)“ im Zeitraum 2021 bis 2027. Die Mittel stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie aus Haushalten des Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschaft und des Amtes für Stadtplanung und Mobilität. Insgesamt sind 800.000 Euro für Planung und Bau veranschlagt, 70 Prozent davon werden über Fördermittel abgedeckt. Auch die Neugestaltung der Freifläche wird im Rahmen von NiSE umgesetzt und durch EFRE mitfinanziert.

Ausblick: Wiedereröffnung im Herbst 2026 geplant

Mit dem Umbau sollen nicht nur Schäden behoben, sondern auch Gefahrenpunkte im Umfeld der Betonanlage beseitigt werden. Die Stadt setzt dabei auf eine moderne, robuste Ausführung und eine Struktur, die dem breiten Nutzungs-Mix besser gerecht wird. Bis zur geplanten Fertigstellung im Herbst 2026 müssen Rollsport-Fans jedoch Geduld mitbringen – und sich vorübergehend auf alternative Spots in Dresden verteilen.

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