Dresden verkauft Grundstücke, um selbst Wohnungen zu bauen
Dresden. Die Stadt gibt eigene Grundstücke ab, damit mehr Wohnungen entstehen. Das klingt widersprüchlich, hat aber einen Grund. Aus den Verkaufserlösen soll die städtische Gesellschaft WiD (Wohnen in Dresden) bis zu 17 Millionen Euro Eigenkapital erhalten, verteilt bis 2030, um lange geplante Projekte zu bauen. So steht es im Entwurf des Doppelhaushalts 2027/2028, den Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) Anfang September in den Stadtrat einbrachte. Vorgesehen ist das Geld für die Wohnbaustandorte Stauffenbergallee, Käthe-Kollwitz-Ufer und Bundschuhstraße.
Bis zu 17 Millionen Euro für die WiD
Das Geld stammt nicht aus dem laufenden Haushalt. Finanzieren will die Stadt die Einlage über den Verkauf von Grundstücken, die für die WiD zu kleinteilig seien, sowie über ehemalige Kita-Standorte. Als zu klein gelten laut Hilbert Flächen unter 40 Wohneinheiten, auf denen die junge Gesellschaft nur unwirtschaftlichen Streubesitz aufbauen würde. Diese Flächen sollen zügig an den Markt kommen. Die Verkäufe dienten nicht der Haushaltssanierung, sondern sollten Investitionen erst ermöglichen, betonte Hilbert.
Wie schnell die WiD baut, hängt an der Förderung. Einen Baubeginn 2027 hält der Entwurf nur für die Standorte Sternplatz und Stauffenbergallee für möglich, nur sie sind derzeit nach der sächsischen Förderrichtlinie für neuen Mietwohnraum förderfähig. Weitere Standorte will die WiD erst weiterplanen, wenn Bund oder Land die Förderung wieder verbessern. Im August 2025 hatte der Freistaat die Bedingungen für preisgünstigen Mietwohnraum verschärft. Der nicht rückzahlbare Zuschuss sank um zehn Prozentpunkte, die Zinsvergünstigung entfiel.
Verkäufe sollen auch privaten Wohnungsbau anschieben
Die Stadt verfolgt zwei Ziele. Über die WiD will sie selbst gefördert bauen, für Menschen mit Wohnberechtigungsschein. Zugleich sollen die verkauften Flächen private Bauherren anschieben. Möglich werden die Verkäufe auch, weil die Stadt Verwaltungsstandorte zusammenlegt. Das über die Stadt verstreute Amt für Gesundheit und Prävention soll nach der Sanierung in die Theaterstraße ziehen, den Standort Braunsdorfer Straße gibt die Stadt auf. In Leuben soll das Stadtbezirksamt von der Hertzstraße in das neue Stadtteilhaus wechseln. Das Areal der ehemaligen Staatsoperette ist unter anderem für Wohnungsbau vorgesehen.
Über den Haushalt soll der Stadtrat am 26. November entscheiden.