Dresden. Es war knapp. Wären die Belegungsrechte für 10.000 ehemalige WOBA-Wohnungen im April 2026 ausgelaufen, hätte die Stadt Dresden nur noch 963 belegungsgebundene Wohnungen in der Hand gehabt. Nun hat die Stadtverwaltung fristgerecht den Bedarf nachgewiesen – und die Bindung für weitere zehn Jahre gesichert.
Das klingt nach Routine, ist aber alles andere als selbstverständlich. Die Geschichte dieser Wohnungen ist eng verknüpft mit einem der meistdiskutierten politischen Entschlüsse der Stadt: dem Verkauf der kommunalen WOBA GmbH im Jahr 2006 an den US-Finanzinvestor Fortress. Rund 48.000 Wohnungen wechselten damals den Eigentümer, Dresden kassierte 1,7 Milliarden Euro – und verlor die direkte Kontrolle über einen Großteil des städtischen Wohnungsbestands.