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Dresden plant grüne Oase am Kristallpalast – 33 Bäume sollen Hitze um mehrere Grad senken

Dresden plant grüne Oase am Kristallpalast – 33 Bäume sollen Hitze um mehrere Grad senken
DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach (l.) und Baubürgermeister Stephan Kühn präsentieren die Pläne für die Neugesaltung des Kristallpalast-Umfeldes. Foto: CdH
Von: Cornelius de Haas

Wer an einem heißen Sommertag am Kristallpalast in der Dresdner Innenstadt steht, merkt schnell: Hier stimmt etwas nicht. Kein Schatten, kein Grün, kein Grund zum Bleiben. Bei 27 Grad Außentemperatur klettern die Oberflächentemperaturen auf dem versiegelten Platz bereits deutlich über die 40-Grad-Marke. „Dieser Platz hat alles, was ein öder Ort braucht", brachte es Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne) bei einem Vororttermin am Dienstag auf den Punkt – und meinte das als Ansage: Das soll sich ändern.

Das Areal rund um den Kristallpalast an der St.-Petersburger-Straße wird umgestaltet – mit insgesamt 33 neuen Bäumen, Trinkbrunnen, Spielgeräten, einem smarten Regenwassersystem und einer Architektur, die Menschen einlädt statt abschreckt. Erste Bauarbeiten starten Ende 2026.

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Was wird konkret umgebaut?

Auf der Freifläche zwischen Kristallpalast und Hauptbahnhof entstehen 21 neue Bäume, schattige Sitzplätze, Spielgeräte für Familien und ein Trinkbrunnen. Entlang der benachbarten Haltestelle Walpurgisstraße kommen weitere 12 Bäume hinzu.

Das Ziel ist messbar: „Wir wollen die Temperaturen hier vor Ort um 3 bis 4 Grad absenken", sagt Dr. Matthias Lerm, Leiter des Amtes für Stadtplanung und Mobilität. Möglich macht das eine Kombination aus Begrünung und einem cleveren Wassermanagement: Nach dem Schwammstadtkonzept wird Regenwasser künftig nicht mehr sofort in die Kanalisation geleitet, sondern vor Ort gespeichert und zur Bewässerung der neuen Grünflächen genutzt.

So soll der Platz vor dem Kristallpalast spätestens 2031 aussehen. Visualisierung: Blaurock Landschaftsarchitektur

Gepflanzt werden dabei bewusst klimaangepasste Bäume, die sowohl Frost als auch Trockenphasen standhalten – eine Investition, die auch in Zukunft trägt.

Damit der Platz nicht nur tagsüber einladend wirkt, setzt die Planung auch auf Kriminalprävention durch Gestaltung: Eine durchdachte Beleuchtung und lockere, luftige Bepflanzung sorgen dafür, dass keine Versteckmöglichkeiten entstehen.

Vom Durchgangsort zum Treffpunkt: Das Plateau wird abgesenkt

Ein weiterer zentraler Eingriff betrifft die Wegeführung: Das bestehende Plateau soll stufenweise abgesenkt werden, damit der Durchgang von der Haltestelle zur Prager Straße wieder attraktiver wird. Wer heute zwischen Straßenbahn und Einkaufsmeile wechselt, kämpft mit einer uneinladenden Topografie – das soll der Vergangenheit angehören.

Aufenthaltsqualität derzeit gleich null: der Vorplatz des Kristallpalastes. Foto: CdH

Auch der Kristallpalast selbst blickt dem Wandel entgegen. Markus Kühlmorgen, Prokurist des Hauses: „Wir freuen uns, dass der Platz an Attraktivität gewinnt. Vor allem sonntags wünschen wir uns auch für unsere Kinos eine Belebung." Und weiter: „Wir haben eine kleine Terrasse, auf der wir uns nach Fertigstellung sehr gut eine Außengastronomie vorstellen können."

Erster Schritt: Haltestelle Walpurgisstraße wird zur Doppelhaltestelle

Noch vor der eigentlichen Platzgestaltung starten im September 2026 die einmonatigen Umbauarbeiten an der Straßenbahnhaltestelle Walpurgisstraße. Die Station wird nach Süden, Richtung Hauptbahnhof, um 122 Meter verlängert, sodass künftig zwei 45 Meter lange Stadtbahnwagen gleichzeitig abgefertigt werden können. Dabei werden Rasengleise, Haltestellenhäuschen und Anzeigetafeln erneuert.

„Die Haltestelle Walpurgisstraße wird täglich von 6.000 Menschen genutzt", betont Andreas Hemmersbach, Vorstand Mobilität bei den Dresdner Verkehrsbetrieben. Der Ausbau ist damit nicht nur ein Komfortgewinn, sondern eine echte Kapazitätserweiterung auf einer der meistgenutzten Achsen der Dresdner Innenstadt.

Teil eines größeren Plans: BUGA 2033

Das Projekt ist kein Einzelvorhaben, sondern Baustein einer größeren Stadtentwicklungsstrategie. Baubürgermeister Stephan Kühn: „Was wir hier umsetzen wollen, soll kein Solitär bleiben, sondern beispielhaft für die Neugestaltung öffentlicher Räume in der Dresdner Innenstadt stehen. Auch am Wiener Platz und am Grünen Bogen wird Dresden zur BUGA noch umgestaltet."

Die Bundesgartenschau 2033 in Dresden ist das Ziel, auf das alle Maßnahmen einzahlen - auch jene an der Kiesgrube Leuben. Bevor die Arbeiten am Kristallpalast starten, beraten die politischen Gremien die Planung. Der Stadtrat entscheidet abschließend über die Umsetzung.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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