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Dresden: Pillnitzer Landstraße bald wieder frei

Dresden: Pillnitzer Landstraße bald wieder frei
Mit seinem Abbruchhammer pickert Vorarbeiter Lutz Franke von der Stadtentwässerung den Beton um die alte Schachtabdeckung ab, die jetzt erneuert wird. Sein Kollege Lukas Sickert unterstützt ihn bei den Arbeiten auf der Pillnitzer Landstraße. Bald soll hier alles geschafft sein. Foto: Peter Hilbert
Von: Meißen News
Trotz der sengenden Hitze haben die Bauleute seit dem Ferienauftakt durchgezogen. Wie sie es geschafft haben, dass die sehr aufwendigen Arbeiten pünktlich abgeschlossen werden können.

Ein Bericht von Peter Hilbert

Seit fünf Wochen ist die Pillnitzer Landstraße rings um Altwachwitz für Autos gesperrt. Die Zeit drängt, denn in wenigen Tagen soll die rechtselbische Hauptverbindung wieder freigegeben werden. Deshalb steht Vorarbeiter Lutz Franke von der Stadtentwässerung mit seinem Abbruchhammer unweit der Einmündung Wollnerstraße an einem alten Schachtdeckel, der erneuert werden soll.  

Doch hier gibt es ein Problem. Der Gullydeckel ist in Beton eingesetzt, sodass die für Asphalt vorgesehene Kanaldeckelfräse ihn nicht lösen kann. „Also müssen wir ihn mit dem Abbruchhammer rausspitzen“, sagt der Vorarbeiter. Dennoch sind die beiden Kolonnen von Kanalbetriebshandwerkern schon weit gekommen. Schließlich haben sie die meisten Schachtabdeckungen schon erneuert.

Mit Beginn der Sommerferien war die Pillnitzer Landstraße im 270 Meter langen Abschnitt zwischen Altwachwitz 1 und der Pillnitzer Landstraße 158 voll gesperrt worden, da dort die Straßenoberfläche besonders desolat war. In dem Zuge mussten in diesem Bereich auch 19 Entwässerungsschächte und elf Gullys am Fahrbahnrand saniert werden. Dort sind die Bauleute der Dresdner Eurovia-Niederlassung schon weit gekommen. Die Fahrbahn ist frisch asphaltiert, die Gerinne am Straßenrand neu gepflastert. „Der reine Deckentausch und auch die Pflasterarbeiten sind fertig gestellt“, teilt das Ressort von Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne) mit. Außerdem sind in dem Bereich alle Straßenabläufe neu gesetzt oder saniert worden.

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Jetzt steht nur noch René Ehlert mit seinem Bagger mitten auf der Straße, in der Baggerschaufel die Asphaltbrocken, die sein Kollege Armin Janz aus der Fuge rings um einem Abwasserschacht heraushackt. Ist das geschafft, kann am nächsten Arbeitstag der neue Gullydeckel aufgesetzt, die Fuge wieder verschlossen werden.


Die gesamte Fahrbahn im 270 Meter langen Straßenabschnitt in Altwachwitz ist schon erneuert. Bald können nicht nur Fahrräder, sondern auch wieder Autos darüber rollen.

Außerdem sind hier sogenannte Gas- und Wasserkappen erneuert worden. Beim Wasser befindet sich unter dieser Abdeckung meist ein Absperrschieber, mit dem ein Abschnitt der Wasserleitung für Reparaturen oder Wartungsarbeiten abgesperrt werden kann. Auch beim Gas liegt darunter in der Regel ein Absperrschieber oder eine andere Armatur des Gasnetzes. Diese Kappen schützen die Armaturen und machen sie falls nötig zugänglich, ohne dass die Straße aufgegraben werden muss. Für alle Arbeiten in diesem Abschnitt investiert die Stadt insgesamt rund 200.000 Euro.

Die Sperrung wird gleich genutzt, um Sanierungsarbeiten im anschließenden 1,7 Kilometer langen Abschnitt in Richtung Stadt zwischen Altwachwitz und der Winzerstraße am Konsum-Markt auszuführen. In der Gegenrichtung geschieht das im 1,3 Kilometer langen Stück bis zur Staffelsteinstraße. Dort gibt es sogenannte Wanderbaustellen, bei denen die Straße halbseitig gesperrt wird. Dort werden Risse in der Fahrbahn in Abschnitten beseitigt, die zwischen zehn und 40 Meter lang sind, indem sie frischen Asphalt bekommen.

„In dem Abschnitt Winzerstraße bis Altwachwitz sind die Arbeiten zur Rissebeseitigung zu zirka 80 Prozent abgeschlossen“, erklärt das städtische Bauressort. „Weiterführend ab Altwachwitz bis

Staffelsteinstraße liegen die Arbeiten derzeit im Plan, bei einem Erfüllungsstand von etwa 60 Prozent.“ Auf Grund der anhaltenden Wärme und damit auch der einhergehenden Fahrbahnoberflächentemperaturen und einer längeren Auskühlungszeit des Einbaumaterial sei es schwer einzuschätzen, wie die noch ausstehenden Arbeiten vorankommen werden.

„Wir haben die Chance genutzt, um mit dieser Maßnahme die Entwässerungsanlage in Ordnung zu bringen“, sagt Thomas Würfel, Teamleiter Abwasserableitung der Stadtentwässerung. Einerseits werden auf der drei Kilometer langen Strecke 145 Schachtabdeckungen und zwölf Abwasserschächte saniert. Andererseits sind die bis zu 60 Zentimeter hohen Kanäle grundlegend gereinigt worden, wie das schon seit Jahrzehnten nicht mehr geschehen ist. Dabei haben Saug- und Spülfahrzeuge mit einem Wasserduck von 120 bar gearbeitet.

Im Fahrzeug wird Schmutz vom Wasser getrennt, das dann aufbereitet und wieder genutzt werden kann. „Am Ende des Tages haben wir bis zu vier Kubikmeter Sand aus den Kanälen geholt, der auf die Sandwäsche unserer Kläranlage kommt“, erläutert Würfel. Eingesetzt werden das gesamte verfügbare Personal sowie die Technik, um pünktlich fertig zu werden. „Wir sind froh, dass wir voraussichtlich alles in der geplanten Zeit schaffen. Ich danke den Kollegen, die trotz dieser ungeheuren Hitze so hart arbeiten.“

Hart gearbeitet haben auch Monteure im Auftrag der Sachsen-Energie. „Auch wir mussten die Chance des Sperrschattens nutzen, um unsere 180 Gas- und Wasserkappen auf der Pillnitzer Landstraße zu erneuern“, sagt Netzmeister Tino Kraftschenko von der Sachsen-Energie. Ausgezahlt habe sich die gute Abstimmung mit der Stadt und der Stadtentwässerung, damit sie sich nicht in die Quere kommen. Probleme habe es nur dort gegeben, wo Autos parkten und die Monteure nicht rankamen. „Da mussten wir erst Sperrschilder aufstellen“, so der Meister. Die Sachsen-Energie investiert für den Kappentausch rund 250.00 Euro. „Jetzt sind alle Straßenkappen gewechselt. Wir müssen nur noch Aufräum- und Reinigungsarbeiten durchführen“, sagt der Netzmeister.  

Die Zeit der Umleitungen ist bald vorbei. „Die Verkehrsfreigabe für den Motorisierten Individualverkehr erfolgt wie geplant am 14. August“, kündigt die Stadt an. Die Verkehrsumstellung bei den Dresdner Verkehrsbetrieben ist am 15. August, 4 Uhr. Bis dahin fährt noch die Ersatzlinie 963 über das Hochland zwischen Bühlau und Pillnitz, die die Busse der 61 und 63 ersetzt.

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