Dresden. Am 30. April eröffnet in der Kunsthalle der HfBK Dresden eine Ausstellung, die in ihrer Anlage schon etwas von der Haltung ihres Protagonisten verrät: keine bescheidene Werkschau, kein chronologisch abgehakter Lebensüberblick, sondern ein Panorama. „ALLES SO SCHÖN BUNT HIER!" heißt die Retrospektive von Holger John, und der Titel ist Programm — laut, selbstbewusst, mit einem leichten Augenzwinkern in Richtung der eigenen Biografie.
John, 1960 im Havelland geboren, ist seit Jahrzehnten eine der eigenwilligeren Figuren der Dresdner Kunstszene. Sohn des Grafikers Joachim John, früh mit Pinsel und Ton vertraut, dann Töpferlehre, Gebrauchsgrafikstudium in Berlin, schließlich 1988 an die HfBK Dresden — wo er Malerei und Grafik studierte und später als künstlerischer Assistent arbeitete. In den 1990ern assistierte er Jörg Immendorff, seine Arbeiten wurden in Berlin, Köln, Basel, Rotterdam, Oslo und Istanbul gezeigt. 2013 gründete er im Dresdner Barockviertel eine eigene Galerie, 2017 folgte der Arras Kunstpreis.

