27 Hektar Zukunft: Dresdens neue Pläne für den Leipziger Bahnhof
Dresden. Die Pläne für den Alten Leipziger Bahnhof werden konkret. Für das rund 27 Hektar große Areal in der Leipziger Vorstadt liegen jetzt die Vorentwürfe für zwei Bebauungspläne vor. Vom 26. Oktober bis 27. November kann sie jeder einsehen und dazu Stellung nehmen.
Entstehen soll ein gemischtes Quartier aus Wohnungen, Gewerbe sowie Kultur- und Kreativwirtschaft, dazu neue Grün- und Freiflächen. Kern ist ein geplanter Quartierspark, der das Gebiet mit den angrenzenden Stadtteilen verbinden soll. Die Kultur- und Gewerbebetriebe der heutigen „Eventspange” sollen dabei weitgehend erhalten bleiben.
Was wo zu sehen ist und wann die Stadt informiert
Am Mittwoch, 28. Oktober, stellt das Amt für Stadtplanung und Mobilität den Stand der Planung bei einer öffentlichen Veranstaltung vor, von 18 bis 20 Uhr in der Aula des Gymnasiums Dresden-Pieschen an der Erfurter Straße 17. Eine Anmeldung ist nicht nötig.
Die beiden Vorentwürfe „Alter Leipziger Bahnhof – Nord” und „Süd” liegen bis 27. November im Stadtforum an der Waisenhausstraße 14 (werktags 8 bis 18 Uhr) und im Stadtbezirksamt Neustadt an der Hoyerswerdaer Straße 3 aus. Online stehen sie unter www.dresden.de/alter-leipziger-bahnhof. Stellungnahmen nimmt die Stadt vor Ort oder per E-Mail an stadtplanung-mobilitaet@dresden.de entgegen.
Ein Verfahren, das bis 2018 zurückreicht
Hinter den Entwürfen steht ein langer Prozess. Grundlage ist der 2018 vom Stadtrat beschlossene Masterplan „Leipziger Vorstadt/Neustädter Hafen” mit dem Leitgedanken „Park schafft Stadt”. Ab 2022 wurde die Planung in einem kooperativen Verfahren konkretisiert, begleitet von einer 48-köpfigen Gruppe aus Bürgern, Verwaltung, Politik, Eigentümern und Fachbehörden.
Aus 39 eingereichten Arbeiten wählte die Jury sieben aus, die im November 2023 öffentlich diskutiert wurden. Im Februar 2024 bestimmte das Preisgericht den Entwurf des Büros KOPPERROTH mit Fabulism und Station C23 zum Sieger, er bildet die Grundlage der weiteren Planung. Rechtskraft bekommen die Bebauungspläne aber erst, wenn der Stadtrat sie beschließt.
Ein Ort mit schwerer Geschichte
Das Gelände ist zugleich ein Erinnerungsort. Vom Alten Leipziger Bahnhof aus wurden in der NS-Zeit Dresdner Juden in die Vernichtungslager deportiert. 2024 verlegte der Künstler Gunter Demnig hier die erste Stolperschwelle der Stadt. Wie das neue Quartier mit diesem Teil der Geschichte umgeht, wird die Planung zeigen müssen.