Ein Abschied der besonderen Art: Als Luchs Charlie im Wald bei Eibenstock seine Transportbox verlässt und mit kurzen Sprüngen das Weite sucht, bleibt er kurze Zeit später im Dickicht stehen und schaut sekundenlang zurück. Tierarzt Marco Roller empfand das später wie eine persönliche Geste. Er hatte Charlie seit der Geburt im Zoo Karlsruhe im Juli 2024 betreut und die vergangenen Monate auf ein Leben in Freiheit vorbereitet. «Da bekommt man natürlich eine ganz besondere Bindung zu dem Tier.»
Gut fünf Stunden lang war Charlie in der Nacht zum Montag auf dem Weg in seine neue Heimat Sachsen unterwegs. Als er dann in seiner vergitterten Box von vier Mitarbeitern des Forstbezirkes Eibenstock auf eine Lichtung getragen wurde, war ein tiefes Brummen von ihm zu hören. Doch die Erlösung folgte schon bald. Charlie soll die noch kleine Population im Westerzgebirge erweitern und nach einer Eingewöhnungsphase für Nachwuchs sorgen.